Business

Esprit schrumpft abermals deutlich

Auch im Geschäftsjahr 2018/19 verliert Esprit zweistellig an Umsatz. Der Verlust wurde etwas reduziert. Das Unternehmen streicht die Fortschritte heraus.

Die Mainstream-Modemarke Esprit hat immer noch keinen Weg aus der Abwärtsspirale gefunden. Die nun veröffentlichten Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2018/19 (per 30. Juni) zeigen das siebte Jahr in Folge eine klare Tendenz nach unten. Im Vergleich zum Vorjahr verlor der Modehersteller währungsbereinigt 12,9 % seines Umsatzes und kam bei nunmehr 12,9 Mrd. HK-Dollar, umgerechnet 1,45 Mrd. €, zu liegen. Am Höhepunkt der Firmenhistorie, 2009/10, hatte der Umsatz bei 3,53 Mrd. € gelegen. Wie Esprit betont, ist der Rückgang vor allem auf die strategische Reduzierung der Verkaufsfläche zurückzuführen. Außerdem habe sich die Umsatzentwicklung von Quartal zu Quartal verbessert. Doch auch in den vergleichbaren Stores war die Umsatzentwicklung am Quadratmeter um 5,9 % negativ.

Österreich schlägt sich etwas besser

In Österreich hielt sich das Unternehmen mit einem Minus von 5,9 % auf 75,1 Mio. € klar besser als im Konzernschnitt. Davon entfielen 35,3 Mio. € (- 5,3 %) auf den eigenen Retail und 22,4 Mio. € (- 4 %) auf den E-Commerce. Den stärksten Einbruch zeigte der Wholesale mit einem Minus von 13,9 % auf 17,5 Mio. €. Während die Zahl der eigenen Retail-Stores mit 19 stabil bleib, verringerte sich jene der Franchise-Geschäfte um 6 auf 43. Insgesamt schrumpfte die Verkaufsfläche hierzulande um 6,6 %.

Verlust reduziert sich trotz hoher Einmalkosten

Nicht nur der Umsatz, auch der Deckungsbeitrag war konzernweit klar rückläufig (von 51,3 auf 50,3 %), was der Konzern dem Abverkauf stark reduzierter alter Lagerbestände zuschreibt. Aufgrund von Einsparungen in allen wichtigen Kostenbereichen hat sich der Verlust aus dem operativen Geschäft auf 96,4 Mio. € nahezu halbiert. Trotz gestiegener außerordentlicher Aufwendungen in Höhe von 168 Mio. € für Personalabbau, Storeschließungen und Wertberichtigungen verbesserte sich auch das Ergebnis unterm Strich etwas (+ 16 %) auf einen Nettoverlust von 241,2 Mio. €.

Wie Finanzvorstand Thomas Tang herausstreicht, verfüge das Unternehmen nun dank der gesunkenen Filial- und Mitarbeiterzahl »über eine wesentlich gesündere Kostenbasis für zukünftiges Wachstum«. CEO Anders Kristiansen fügt hinzu: »Es wurden große Fortschritte hinsichtlich unserer strategischen Ziele erzielt und wir haben das erreicht, was wir uns für dieses Geschäftsjahr vorgenommen haben. Die Zukunft für Esprit ist sehr vielversprechend.« Das Unternehmen habe keinerlei Finanzschulden.

Der Schrumpfkurs geht in jedem Fall weiter: Für heuer erwartet das Management abermals einen Umsatzrückgang im niedrigen zweistelligen Bereich. 

Von: Manuel Friedl