Fashion

Coronavirus: Modewelt steht vor massiven Problemen

Deutschlands Bekleidungsindustrie zeigt sich besorgt – Italien bangt bereits um die Zukunft als Industriestandort der Modeindustrie.

Erst Prada, dann Gucci und nun auch Versace und Giorgio Armani. Immer mehr italienische Luxuslabels und Topdesigner sagen ihre für dieses Frühjahr angesetzten »Cruise«-Shows aufgrund der Corona-Ausbreitung ab. Japan, Dubai, San Francisco: die Luxuskonzerne verschieben (vorerst) die Präsentationen ihrer Zwischenkollektionen. Mittlerweile machen sich auch die Mainstream-Marken und die internationale Bekleidungsindustrie Sorgen um die Auswirkungen der Pandemie. Spätestens Mitte März, so auch die Schätzungen internationaler Bekleidungsverbände, sei die Supply Chain bei Bekleidung und Schuhen massiv gestört, bereits Ende Februar konnten mehr als 10 % der Container-Schiffe aus China nicht mehr beladen werden.

Der deutsche Modeverband German Fashion hält die Lieferkette für die aktuelle Saison Frühjahr/Sommer 2020 für gesichert, rechnet allerdings mit erheblichen Einschränkungen für Herbst/Winter 2020/21. Gerd Oliver Seidensticker, Präsident von GermanFashion, zur aktuellen Lage: »Die deutschen Exportmärkte präsentieren sich weiterhin erfreulich stark, während wir es insbesondere auf dem Beschaffungsmarkt China mit einer schwierigen Situation zu tun haben.« Ist eine kurzfristige Verlagerung von Teilen der Produktion nach Europa denkbar? Nein, sagt Seidensticker: »Die Sourcing-Strukturen lassen sich nur für die wenigsten kurzfristig ändern.« Eine Verlagerung der Produktion nach Europa betreffe nur geringe Mengen der gesamten Produktion, da die Kapazitäten nicht in großem Umfang vorhanden seien, ergab eine Umfrage unter deutschen Bekleidungserzeugern durch German Fashion.

Italien leidet am meisten

Schon jetzt dramatisch sind die Auswirkung von Corona in Italien, mit mehr als 460 Todesfällen (Stand: 9. März) das Epizentrum der Corona-Virus-Epidemie in Europa. Nachdem die Regierung die umfangreichen Sperrmaßnahmen auf das ganze Land ausgeweitet hat, wächst die Angst vor einer schweren Rezession. Führende Industrielle melden sich zu Wort und fordern umfassende Investitionshilfen stark, um »den Verlust der Modeproduktion in Italien nicht zu verlieren.«

Von: Brigitte Pfeifer-Medlin