Business

Bree ist pleite

Der deutsche Taschenhersteller Bree sucht nun einen internationalen Investor.

Die Traditionsmarke Bree hat beim Amtsgericht Hamburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen schreibt bereits seit 2010 rote Zahlen, der Umsatz soll laut Medienberichten zuletzt bei rund 50 Mio. € gelegen sein. »Trotz intensiver Bemühungen und einer kompletten Neuaufstellung ist es nicht gelungen, das Geschäft in die schwarzen Zahlen zurückzuführen«, teilt das Management rund um CEO Stefan Treiber mit und fasst die Entwicklungen der jüngsten Zeit wie folgt zusammen: »Im vergangenen Jahr hat Bree die Firmenzentrale von Hannover nach Hamburg verlagert, seine Kollektion verjüngt und die Anzahl der Mitarbeiter deutlich verringert. Zusätzlich sollte mit der Modernisierung der Retail-Stores sowie einem neuen Online-Shop eine massive Umsatzsteigerung und damit endlich die finanzielle Wende geschafft werden. Diese Strategie ist leider nicht schnell genug aufgegangen.«

Online-Boom verschlafen

Durchaus selbstkritisch bekennt man im Unternehmen, den Online-Boom verschlafen zu haben: »Während das Geschäft in den rund 30 eigenen Filialen zufriedenstellend läuft, liegt der Anteil des Online-Umsatzes bei Bree noch immer bei 5 %. Das ist zu wenig, um überleben zu können. Andere Taschenhersteller erzielen heute bereits 20 % ihres Umsatzes im Online-Geschäft. Um diese Größenordnung zu erreichen, braucht Bree einen starken, internaional erfolgreichen Investor aus der Branche.«

Genau dieser soll nun in Zusammenarbeit mit dem gerichtlich bestellten Sachwalter rasch gefunden worden. Nach dem Ausstieg der Gründerfamilie – der damalige CEO Axel Bree verließ das Unternehmen Anfang 2018 – liegen die Anteile derzeit bei einer reichen Familie, die anonym bleiben will.

Von: Manuel Friedl