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Baumann Dekor abermals insolvent

Über den Waldviertler Stoffhersteller Baumann Dekor wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Laut KSV1870 stehen bei Baumann Dekor Aktiva von 400.000 Euro Verbindlichkeiten in Höhe von 2,6 Mio. Euro gegenüber. Der Hersteller von hochwertigen Stoffen, die etwa bei der Ausstattung von Hotels und Kreuzfahrtschiffen Verwendung finden, soll fortgeführt werden. Gläubigern wird eine Quote von 20 % angeboten. Insolvenzursache sind laut Schuldnerangaben die Konkurrenz am Weltmarkt und die hohe Kostenstruktur.

Hintergrund

2011 war das Unternehmen mit Sitz in Gmünd bereits einmal insolvent und wurde im Anschluss an ein Konsortium verkauft, an dem auch der Möbelhersteller Wittmann beteiligt war. Dieses verkaufte Baumann 2015 an eine indisch-dubaiische Eigentümergruppe weiter, Geschäftsführer ist seither Ajay Bikram Singh. Dieser hatte Sanierungsmaßnahmen eingeleitet, die Produktivität gesteigert, die Kosten gesenkt. »Zwar haben die gesetzten Maßnahmen gegriffen, doch der Effekt stellte sich nicht rasch genug ein, um die Insolvenz zu verhindern«, teilt der KSV1870 mit. In den 1990er-Jahren zählte Baumann noch 300 Beschäftigte, zum Zeitpunkt der Insolvenz im Jahr 2011 waren es noch 145, heute sind es 34.

Von: Manuel Friedl