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Baldige Entscheidung über Gerry Weber

Im Insolvenzverfahren wurde nun die Schließung von 146 Stores bis November dieses Jahres angekündigt.

Im Insolvenzverfahren beim deutschen Modehersteller Gerry Weber haben Gläubiger inzwischen Forderungen von rund 275 Mio. € angemeldet. Mit dieser Größenordnung sei gerechnet worden, teilte ein Unternehmenssprecher nach einer Gläubigerversammlung mit. Dabei stimmten die Gläubiger dem vom Gericht bestellten Sachwalter Stefan Meyer zu.

Es gebe mehrere Angebote von potenziellen Investoren, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Auf welchem Weg die Sanierung erfolgt, solle in wenigen Wochen entschieden werden. »Im Verlauf des Juni werden verbindliche Angebote erwartet«, erklärte Meyer. Derzeit lägen mehrere unverbindliche Offerte von Interessenten vor. Zu den Interessenten soll auch eine Gruppe um den früheren Vorstandschef Ralf Weber, dem Sohn des Firmengründers Gerhard Weber, gehören. Parallel werde aber auch an einer Sanierungslösung über einen Insolvenzplan gearbeitet, bei dem die Gläubiger dem Unternehmen mit ihren Forderungen entgegenkommen. Denkbar sei auch eine Mischform aus beidem, also ein Teilverkauf einzelner Marken. Geplant sei dann, die gefundene Lösung bis zum Jahresende auch umzusetzen.

Angekündigt wurde außerdem die schrittweise Schließung von 146 Stores bis November dieses Jahres. Zuvor war bereits der Abbau von 140 Stellen in der Zentrale in Halle/Westfalen beschlossen und in weiten Teilen bereits vollzogen worden.

Gerry Weber hatte im Jänner Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt – mit dem erklärten Ziel, das Unternehmen zu sanieren.

 

 

Von: Manuel Friedl