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Aus für die Adidas Speedfactory

Adidas will seine Speedfactories mit Ende des Jahres abstellen und die Produktion nach Asien verlagern. Gründe dafür seien organisatorischer und nicht finanzieller Natur.

Es war ein Vorzeigeprojekt für die Modebranche. Mit einer speziellen Robotertechnologie gelang es Adidas schnell und pünktlich zu Mode- und Sportereignissen neue Schuhe herzustellen und auf den Markt zu bringen.Erst letztes Jahr hatte der Konzern sogar den Deutschen Innovationspreis gewonnen. Doch nach nur vier Jahren in Betrieb werden die Speedfactories im fränkischen Ansbach und Atlanta eingestellt. Die Zulieferbetriebe werden stattdessen nach Asien verlegt. 

Asien hat technologisch aufgeholt

An der Robotertechnik der Speedfactories will adidas festhalten und sie weiterhin einsetzen. Asien hat technologisch aufgeholt und das hatte man 2016 bei der Eröffnung der Speedfactories in Deutschland und den USA nicht vorhergesehen. Die vorhandenen Mittel und Kapazitäten wird das Unternehmen in Zukunft noch stärker auf die Modernisierung der übrigen Zulieferbetriebe und den Einsatz von 4D-Technologie bei der Schuhproduktion konzentrieren. So sollen künftig nicht mehr nur Laufschuhe, sondern auch Modelle weiterer Produktkategorien in kurzer Dauer und unter Einsatz der in den Speedfactories entwickelten Produktionsprozesse in Asien produziert werden. Man will die Produktion dort konzentrieren, wo das Know-how und die Lieferanten sitzen.

Robotertechnik ist in Deutschland nicht geglückt

Die Gründe für das Einstellen der Fabriken in Deutschland und USA seien weniger finanzieller als vielmehr organisatorischer Natur. Der Versuch, die technologisch hochwertige Produktion von Sportartikeln wieder stärker nach Deutschland zu holen, sei an dieser Stelle nicht geglückt, heißt es in einer Meldung der dpa.

100 Mitarbeiter gekündigt

Etwa 100 Mitarbeiter seien von den Schließungen betroffen. »Wir können betriebsbedingte Kündigungen noch nicht ausschließen«, sagte eine Sprecherin des Adidas-Partners Oechsler AG, der die Speedfactorys in Ansbach und Atlanta aufgebaut hatte und bisher betreibt. Dort will Adidas gemeinsam mit dem Zulieferer Oechsler AG die Zusammenarbeit fortsetzen. In der deutschen und us-amerikanischen Speedfactory sollen Schuhsohlen im 4D-Druck gefertigt werden.

Fertigungsprozesse entwickeln, verbessern und testen wird adidas allerdings weiterhin in Deutschland. Künftig werden Prozessinnovationen in der adidas Produktionsstätte in Scheinfeld, im sogenannten adiLab, gebündelt und vorangetrieben. 

Von: Márcia Neves