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EKZ rechnen mit Mietausfällen von 90 Mio. monatlich

Die heimischen Einkaufszentren rechnen mit einem täglichen Umsatzausfall von rund 30 Mio. Euro. Bei den Mieten gehen 90 Mio. Euro pro Monat verloren.

Auch Einkaufszentrenbetreiber sind von den aktuellen Marktverwerfungen stark betroffen. Abgesehen von Lebensmittelhandel und Drogeriemärkten sind fast alle übrigen Flächen derzeit geschlossen. Allein in den Geschäften der 242 österreichischen Einkaufszentren kommt es laut einer aktuellen Schätzung von Standort + Markt zu einem täglichen Umsatzausfall von rund 30 Mio. Euro. Laut dem Standortberatungsinstitut sind derzeit geschätzte 77 % der Verkaufsflächen in den Shopping-Zentren geschlossen, die Umsatzzahlen liegen laut der Hochrechnung des Instituts bei 31,5 % des sonstigen Werts. »Insbesondere größere Malls mit hohem Bekleidungsanteil haben hier besonders zu kämpfen«, erklärt Hannes Lindner, Geschäftsführer von Standort + Markt. Stärker auf Nahversorgung ausgelegte Retail-Parks bzw. Fachmarktzentren sind von den Umsatzverlusten hingegen deutlich schwächer betroffen

Aufgrund der Unbenutzbarkeit der Flächen sehen sich die Vermieter indes mit Forderungen nach Mietreduktionen konfrontiert. Insgesamt betrifft dies Mieten im Ausmaß von rund 90 Mio. Euro pro Monat, berechnet Standort + Markt, nach eigenen Angaben eher konservativ.

Handelsketten leiden stärker als Gastronomen

»Ein wesentlicher Teil der Einzelhändler, Gastronomiebetriebe und Dienstleistungsunternehmen wird nach der Krise nur dann solvent bleiben, wenn das staatliche Stützungspaket greift und die beschlossenen Einschränkungen spätestens im 3. Quartal aufgehoben werden können«, meint Mario Schwaiger, der bei EHL den Bereich Einzelhandelsimmobilien leitet. Er rechnet damit, dass sich der schon laufende Strukturwandel verschärfen wird: »Bisher expansive Handelsketten werden ihre Expansionspläne redimensionieren oder zeitlich strecken, bereits begonnene Reduktionen des Filialnetzes werden vielfach beschleunigt werden. Auch wird der Trend zum Online-Einkauf durch die aktuelle Situation weiter verstärkt, da viele bisher nicht online-affine Kunden gezwungenermaßen beginnen, im Netz einzukaufen.« Weniger betroffen werden laut Schwaiger hingegen die Bereiche Gastronomie und Dienstleistungen sein, die nicht durch Online-Einkäufe zu ersetzen sind.

Modebranche besonders betroffen

Darauf, dass sich die Modebranche in einer besonders problematischen Situation befindet, weist auch Schwaiger hin, »da voraussichtlich ein Großteil der bereits für die Sommersaison eingekauften Ware bis zur Wiedereröffnung der Geschäfte wertlos geworden sein wird. Hier muss wohl auch bei den großen internationalen Ketten mit radikalen Schnitten gerechnet werden.«

Von: Manuel Friedl