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2018 geht mit Minus zu Ende

Der Modehandel schloss das Jahr 2018 mit einem Umsatzminus von 1,1 % ab und gehört damit abermals zu den Schlusslichtern der Handelsentwicklung.

Am Ende war es dann doch das schlechte Weihnachtsgeschäft, das den Ausschlag gab. Die Modebranche schloss den Dezember 2018 mit einem deutlichen Minus von 2,8 % (real: - 3,4 %) ab. Ein unerfreulicher Abschluss für ein unerfreuliches Jahr. In Summe gingen die nominellen Umsätze im stationären Bekleidungshandel um 1,1 % zurück. Immerhin: Die Vorlage aus 2017 lag bei + 1,4 %. Und nicht nur mit dem Wetter, auch mit dieser Vorlage hatte der Modehandel das ganze Jahr über zu kämpfen. So folgte etwa das hohe Minus im September (- 9,7 %) auf ein hohes Plus aus dem Vorjahresmonat (+ 11,8 %). Umgekehrt beruhigte sich die Lage im Oktober (+ 5,5 %), wo die Verkäufe dafür im Jahr davor ausgelassen hatten (- 4,9 %).

Mangelnde Frequenzen, stagnierende Preise

Rekordsommer hin oder her – es lässt sich keineswegs alles aufs Wetter schieben. Da ist etwa das Problem der sinkenden Kundenfrequenzen, das sich schon seit Jahren beobachten lässt. Im gesamten Jahr 2018 zählte der Einzelhandel mit Bekleidung um 1,3 % weniger zahlende Kunden in seinen Geschäften als im Jahr davor. Das ist exakt der gleiche Wert, um den auch die Frequenzen im gesamten Einzelhandel rückläufig waren. Doch während es dem Einzelhandel als Ganzes gelang, diese sinkende Kundenzahl immerhin in einen Mehrumsatz von 1,0 % zu verwandeln, blieben die Kundenbons im Modehandel nahezu exakt auf Vorjahresniveau (+ 0,2 %). Womit wir gleich bei einem weiteren Problem wären: Der Modehandel schafft es seit Jahren nicht, seine Verkaufspreise zu erhöhen. Die durchschnittliche Hose, die durchschnittliche Bluse war heuer um gerade einmal 0,5 % teurer als im Vorjahr. Zum Vergleich: Im gesamten Einzelhandel betrug die Preissteigerung 1,5 %. Die amtliche Inflationsrate, die auch Preiserhöhungen bei Mieten, Treibstoffen und Restaurants etc. umfasst, stieg sogar um 2,0 %.

Baumärkte und Sportartikel profitieren von Schönwetter

Auch im Branchenvergleich gelingt es dem Modehandel zum wiederholten Male nicht, die Kunden für sich zu begeistern. Das letzte Mal, dass sich die Umsätze in der Modebrache besser entwickelten als der Durchschnitt des Einzelhandels, war 2010. 2018 war der Spitzenreiter die Bau- und Heimwerkerbranche mit + 5,1 % vor dem Sportartikelhandel (+ 2,3 %), die beide von der langen Schönwetterphase profitieren konnten. Schlusslicht war der Schuh- und Lederwarenhandel mit – 2,1 %, der ebenso wie der Modehandel unter dem nicht den Jahreszeiten entsprechenden Wetter und den hohen Vorjahresumsätzen litt. Auch deutlich überdurchschnittlich verloren hat der Elektro- und Computerhandel, dessen Hauptproblem die sinkenden Durchschnittspreise seiner Artikel (- 2,0 %) sind.
Bei der Detailbetrachtung der Modegeschäfte gibt es nicht wirklich große, erwähnenswerte Unterschiede. Rückgange gab es in allen Regionen, am wenigsten waren dabei noch die westlichen Bundesländer betroffen. Nach Lagen bildeten Geschäfte in Einkaufszentren das Schlusslicht, denen die Regentage sichtlich noch mehr fehlten als jenen in Einkaufsstraßen und Stadtzentren. Lediglich einen Lichtblick gibt es: Kleinere Unternehmen mit einem Jahresumsatz unterhalb von 4 Mio. € schrieben im Schnitt ein kleines Plus von unter 1 %.

Von: Manuel Friedl