Kommentar

Zu Besuch im Modepalast

Heute war es wieder so weit, der Modepalast Wien öffnete seine Pforten und zeigt nun bis 10. Mai 120 nationale und internationale Designer und so einiges mehr.

Grün & Fair

Ein großes Thema, das den diesjährigen Modepalast in Wien begleitet, ist grüne, faire Mode und ihre Zukunft am Modemarkt. Am 8. Mai diskutieren dazu Blogger, Modeunternehmer und Journalisten: Angesichts von Wirtschaftlichkeit und konstant wachsender Nachfrage sicherlich ein brandheißes Thema, vor allem auch am österreichischen Markt. Grün & fair sind aber auch zahlreiche Labels, die man im Modepalast, Österreichs »größtem Designer Pop Up Store« finden kann, wie z.B. Skrabak, ein kleines deutsches Label aus Halle, das erstmals in Österreich ausstellt. Franka Skrabak, ihres Zeichens Designerin und Inhaberin der Marke, legt auf ökologische Materialien (teilweise sogar aus österreichischen Betrieben) genauso viel Wert wie auf die Kollektionsthemen, die stets von Reisen und fernen Länder zeugen, wie aktuell die Frühjahr-/Sommerkollektion 2015 von Marrakesch.

Performance & Talks

Neben den mit Liebe zum Detail dekorierten Ständen der vielen Designer, dem genüsslichen Gustieren und dem einen oder anderen persönlichen Plauscherl mit den Labels selbst, hat der Modepalast in Wien auch allerhand Rahmenprogramm zu bieten: Eine Opening Show von Jchoerl und eine Closing Show von Ninali zeigen Mode live und in Action. Für Branchenkenner und Interessierte gibt es die Modepalast Talks, die einen direkten Einblick und Perspektiven des Fashion Business geben sollen. Endkunden haben nicht zuletzt in den Workshops noch die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden und Hand an das Textil zu legen.

Designmarkt-Mekka Wien

Man kann es nicht von der Hand weisen: Wien hat sich mittlerweile zur österreichischen Designmarkt-Hochburg entwickelt. Der Modepalast ist nur einer der zahlreichen Verkaufsmessen. Mir fallen da etwa noch Fesch’Markt, Edelstoff oder Wamp ein. Mittlerweile ist die Auswahl an Plattformen, wo sich kleine, ambitionierte Labels präsentieren können, enorm groß und das ist auch gut so. Manch einer könnte nun sagen: Modepalast? Nicht noch so ein Designmarkt aka ein Sammelsurium der österreichischen Hipster-Szene, wie sie leibt und lebt. Nein! Ich denke, Verkaufsmessen wie Modepalast und Co. sind wichtig, denn sie ermöglichen es, innovative Designkonzepte an ein breites Publikum zu vermitteln (und Modeinteressierte müssen nicht zwingend unter die Kategorie Hipster fallen) und damit an eine Zielgruppe, die vielleicht ohne einen spontanen Besuch beim Modepalast niemals von Tracht a la Grünschnabel & Gänseblümchen oder polnische Mode von Joanna Jachowicz erfahren hätte.

Eins ist klar: »Mode mit Anspruch« soll nicht zum Massenprodukt werden. Das wird sie sicherlich auch nicht. Es geht für junge Designer aber vor allem darum, Aufmerksamkeit zu bekommen, ihre potenziellen Kunden live kennenzulernen und nicht zuletzt auch das Business in Gang zu bringen. Wie heißt es so schön: Ohne Moos, nix los - auch beim Modepalast nicht!


Von: Christiane Marie Jördens

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In unserer Kategorie Kommentar schreiben die Redakteure der Österreichischen Textil Zeitung darüber, was sie in der vergangenen Woche bewegt hat. Die Welt der Modeindustrie und des Modehandels, ihre Tücken, Herausforderungen und Kuriositäten - ganz persönlich im Kommentar auf den Punkt gebracht.

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