Kommentar

Royales Brautkleidgeflüster

Am 19. Mai 2018 ging die Hochzeit des Jahres zwischen Prince Harry und der US-Schauspielerin Meghan Markle über die Bühne und eines stand dabei ganz besonders im Fokus: das Brautkleid.

Seit Ende November hatte die halbe Welt dem vergangenen Samstag entgegen gefiebert, denn die Hochzeit von Prince Harry und Meghan Markle ist schließlich ein Novum für die britische Monarchie: eine geschiedene US-Schauspielerin, älter und auch erfahrener als der Prinz von Wales. Ungewöhnlich aber nicht nur die Hochzeit, die Messe, die Predigt des US-Priesters und die Gospel-Musik in der Kirche. Ungewöhnlich war sie vor allem auch aufgrund des Brautkleides.

Schlichte Eleganz


Die 36-jährige ehemalige »Suits«-Darstellerin Meghan Markle blieb bei der Wahl ihres Brautkleides ihrem schlichten und eleganten Stil mit einem Hauch Sexiness treu, den sie bereits während ihres langjährigen Engagements als Schauspielerin für die US-Anwaltsserie »Suits« stets auf den Punkt traf. Die britische Designerin Clare Waight Keller, die 2017 zur ersten weiblichen Kreativdirektorin des französischen Modehauses Givenchy ernannt wurde, entwarf für sie ein puristisches Brautkleid mit Uboot-Ausschnitt - freie Schultern sind bei den Royals sonst nicht erlaubt, Doppelschleppe und leichter A-Linie, ganz ohne Spitze und Glitzerornamente. Für einen Wow-Effekt sorgte der fünf Meter lange Schleier, der aus Seidentüll angefertigt wurde. In Handarbeit wurden dieser mit einem Blumenmuster aus Seide und Organza versehen. Am Kopf trug Meghan, die nun offiziell den Titel Herzogin von Sussex trägt, ein diamantenbesetztes Diadem aus dem Jahr 1932, das sie von Harrys Großmutter, Königin Elizabeth II., als Leihgabe bekam. Ohrringe und Armband stammten von Cartier. Die Brautschuhe kamen, wie auch das moderne Brautkleid, von Givenchy. Ihr stolzer Bräutigam, der ob des Brautkleides und der Schauspielerin etwas in den Hintergrund geriet, trug, wie auch sein Bruder und Trauzeuge Prince William, die traditionelle Uniform »Blues and Royals«.

Die Queen selbst lächelte am Tag der Tage ihres Enkels selten bis gar nicht, was wohl der royalen Etikette zuzuschreiben ist!? Man weiß es nicht. Harry und Meghan jedoch, hatten stets ein breites Grinsen im Gesicht.

Man kann über Meghan Markle, nunmehrige Herzogin von Sussex, sagen was man will: Sie hat Stil, sie weiß, was sie will und sie versucht dies auch, im Rahmen ihrer Möglichkeiten als Neo-Adelige am britischen Hof, durchzusetzen. Sei dies nun durch das Tragen der royalen No-Go-Farbe Schwarz zu öffentlichen Anlässen, einen locker gesteckten Dutt mit der einen oder anderen Strähne als Frisur oder ein schlichtes Brautkleid ohne viel Schi-Schi und Pomp. Sie lüftet das britische Königshaus durch ihre frische Brise ordentlich durch und bleibt sich treu. We're very amused!


Von: Christiane Marie Jördens

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In unserer Kategorie Kommentar schreiben die Redakteure der Österreichischen Textil Zeitung darüber, was sie in der vergangenen Woche bewegt hat. Die Welt der Modeindustrie und des Modehandels, ihre Tücken, Herausforderungen und Kuriositäten - ganz persönlich im Kommentar auf den Punkt gebracht.

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