Kommentar

Fashion at home

Das im Callwey-Verlag erschienene Buch »Fashion at home« beweist: Die deutschen Designer zeigen nicht nur bei ihren eigenen Kollektionen Geschmack und Stil.

Nein, denn auch die eigenen vier Wände sollten nach Möglichkeit »glänzen«, wobei letzterer Begriff viel Raum für Interpretation lässt. Unter anderem Marina Hoermanseder, das Designerduo Odeeh oder auch die aufstrebende Taschendesignerin Lili Radu laden in »Fashion at home« in ihre Wohnungen und Häuser und zeigen, wie sie es sich am liebsten gemütlich machen und was für sie Design – sowohl in Sachen Mode als auch beim Home Design – bedeutet.  

Johnny Talbot und Adrian Runhof  

Das Designerduo Talbot und Runhof hält es mit seiner Münchner Dachgeschosswohnung wie mit der selbstkreierten Mode: Stil ohne großes Schi-Schi. Da finden sich putzige Stofftiere auf der schlichten weißen Fensterbank, graue Wände und Möbelstücke, die zwar stilistisch durchaus unterschiedlich sind, jedoch stets farblich aufeinander abgestimmt scheinen. Die umfangreiche Sneaker-Sammlung wird stolz in der eigens angefertigten Glasvitrine präsentiert. Denn man darf schließlich stolz und glücklich darüber sein, was man sich erarbeitet hat. Stolz ist nicht gleich Protz. Die beiden Designer würden sich niemals Tipps vom Interior Designer holen. In ihren Augen muss ein schönes Zuhause wachsen.  

Marina Hoermanseder  

Zu Marina Hoermanseder fallen Kennern vor allem Pastelltöne und Röcke aus Lederbahnen ein. Ihre Wohnung ist da keine Überraschung, denn auch hier zeigt sich Hoermanseders Stil deutlich. Die Einrichtung ist verträumt: helle Farben, Holz, eine Mischung aus Dingen mit Geschichte und neuen Errungenschaften, wie etwa ihre umfangreiche »Hello Kitty«-Sammlung in Form von PEZ-Haltern, Toaster, Tischsets uvm. Von allem etwas findet man auch im Kleiderschrank der gebürtigen Österreicherin. Denn, wie sie selbst sagt: »Wer Mode macht, darf sich auch ruhig etwas mutiger anziehen.« Ihre Familie zumindest, sei dies von ihr schon längst gewöhnt, so sagt sie. In ihrer Berliner Altbauwohnung wohnt sie mit der kleinen Hündin Peanut und freut sich – weit ab vom großen Modetrubel – auch einmal eine ruhige Minute für sich zu haben und den Hello Kitty-Wecker am Nachttisch ab und an einmal nicht stellen zu müssen.  

Auf 192 Seiten gewährt das Buch »Fashion at home« durch eine entspannte Bildsprache und persönliche Statements der Designstars intime Einblicke in die privaten Gemächer der deutschen Designer. Man merkt schnell: Highend-Möbelkatalog hin oder her – auch den bekannten Designergrößen der Szene ist es wichtig, sich in den eigenen vier Wänden geborgen und zuhause zu fühlen. Die persönlichen Dinge sind es, die für sie das Dach über dem Kopf erst zum Zuhause machen.

Das Buch »Fashion at home« von Christine Mortag und Dennis Braatz ist ab sofort zu einem Verkaufspreis von 39,95 Euro erhältlich.


Von: Christiane Marie Jördens

Kommentar

In unserer Kategorie Kommentar schreiben die Redakteure der Österreichischen Textil Zeitung darüber, was sie in der vergangenen Woche bewegt hat. Die Welt der Modeindustrie und des Modehandels, ihre Tücken, Herausforderungen und Kuriositäten - ganz persönlich im Kommentar auf den Punkt gebracht.

Lesen Sie mehr!