Kommentar

Black Friday für den Handel

Was in den USA schon längst Gang und Gäbe ist, wird auch unter österreichischen Konsumenten immer beliebter: die Shopping-Tage, allen voran der Black Friday.

Noch vor einigen Jahren kannte ich den Begriff Black Friday nur von Erzählungen der amerikanischen Seite meiner Familie: Es galt, möglichst die gesamte Einkaufsliste für das Weihnachtsfest am so genannten Black Friday abzuarbeiten. Warum? Jedes Jahr am Black Friday, direkt nach dem US-Feiertag Thanksgiving, sollten die Kreditkarten glühen, nur um sämtliche Rabattaktionen der US-amerikanischen Händler zu nutzen und damit das X-MAS-Budget möglichst nicht überzustrapazieren. Die Zeichen nach dem gemütlichen Feiertag stehen in den USA also stets auf Rabattschlacht. Aber wie ist das nun eigentlich im heimischen Handel? Haben sich die so genannten Shopping-Tage auch hier schon etabliert?

Black Friday in Österreich

Auch in Österreich ist der so genannte Black Friday mittlerweile ein bekannter Rabatt-Shopping-Tag. Unter blackfridaysale.at verpassen heimische, registrierte Schnäppchenjäger kein Angebot dieses Tages. U.a. mit von der Partie sind Zalando, DM, Mediamarkt und Marionnaud. Auch die UNITO erwartet sich vom Black Friday wie auch von den anderen Shopping-Tagen, wie dem Cyber Monday, ordentlichen Umsatz im Bereich E-Commerce. US-Online-Riese Amazon hatte die Cyber-Monday-Woche bereits am 23. November gestartet, um als Early Bird einen Treffer zu landen.

In Österreich scheint damit also vor allem der E-Commerce von Black Friday und Co. zu profitieren. Bei den deutschen Nachbarn sieht es ähnlich aus: Laut dem Bezahlungsdienst Klarna stiegen die E-Commerce-Umsätze am Black Friday im vergangen Jahr um 64 %. Für den Black Friday in diesem Jahr werden bei unseren deutschen Nachbarn über 5 Millionen Nutzer auf blackfridaysale.de erwartet.

Omni-Channel als Lösung

Peter Vesco, CEO NEMEA der Plattform Powa Technologies, glaubt in Sachen Black Friday an Omni-Channel-Konzepte, die den Händlern in heimischen Gefilden auch stationär ermöglichen, das bisher vor allem online erfolgreiche Konzept Black Friday voll ausnützen zu können:

»Heutzutage wollen Konsumenten sich nicht erst im Geschäft in der Fußgängerzone mit einem Produkt beschäftigen. Sie wollen egal wo, egal wann und mit nur einem Klick alle Informationen zum Artikel vor sich haben. Um diese Erfahrung bieten zu können, müssen Einzelhändler in das Omni-Channel-Erlebnis investieren und durch Mobil- und Tablet-Geräte die Interaktionen von Kunde und Marke beim Einkaufen verbessern.«

»Happy Saving« zu Weihnachten

Wie RegioPlan-Geschäftsführerin Hania Bomba gegenüber Format Online sagt, sinkt die Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts für den Handel: Während in den 50er-Jahren noch zehn Prozent des Jahresumsatzes mit dem Weihnachtskaufrausch der Österreicher gemacht wurde, sind es heute nur rund 3 %. Ethisch gesehen, auf den ersten Blick doch erfreulich, denn der wahre Sinn von Weihnachten sind nicht die Geschenke! Ihr lieben Händler da draußen mögt mir meine Ehrlichkeit verzeihen! Aber gekauft wird ja trotzdem, nur eben nach Schnäppchenjäger-Manier a la Black Friday und Co. Die Zeichen stehen also auf Sparen, Sparen, Sparen. So ganz kann ich dem aber dann doch nicht glauben. Was der Black Friday dem österreichischen Handel für 2015 wirklich an Umsätzen, vor allem im E-Commerce, beschert: Man wird es sehen!


Von: Christiane Marie Jördens

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