Kommentar

Alle wollen Snapchat

Snapchat – das Soziale Netzwerk, das vor allem bei den 18- bis 25-Jährigen hoch im Kurs ist, erobert nun auch Modehandel und -industrie.

Auf nimmer Wiedersehen ihr peinlichen, freizügigen Bilder und Videos – Snapchat sei Dank! Genau aus diesem Grund erfreut sich der Social Media Channel, über den man mit seinen Freunden chatten, aber vor allem kurzlebige Fotos und Videos (mit peinlichem oder nicht jugendfreiem Inhalt) hochladen kann, seiner Beliebtheit: Schließlich verschwinden die Bilder und Videos genauso schnell, wie sie gekommen sind. Und das lädt schon mal zum »Blödsinn machen« ein!

Werbe-Tool Snapchat

Aber – wie schon Facebook und Whatsapp vorgemacht haben – es steckt auch einiges an Werbepotenzial hinter scheinbar intimen Medienportalen wie diesen: Zahlreiche Fashion Brands der ersten Stunde nutzen Snapchat auch schon, um kreatives Storytelling zu betrieben, Gewinnspiele zu starten oder neugierigen Fashion Victims Einblicke in die brandneue Kollektion zu gewähren. Die eben erst gelaufene New York Fashion Week ist bestes Beispiel dafür: US-Retailer wie Neiman Marcus, Saks Fifth Avenue und Moda Operandi haben anlässlich dessen schon einmal ihre Accounts in Betrieb genommen. Es sind genau die jungen Leute (im Alter zwischen 18 und 24 Jahren), die sich über Snapchat mit Sneak Previews und Backstage-Einblicken (wie eben zur Fashion Week) locken lassen: Für heutige Fashion-Meinungsbildner, wie Blogger-Stars Chiara Ferragni oder Kayture ein gefundenes Fressen und auch sie, Gigi Hadid, Kendall Jenner und Co. nennen schon längst einen Snapchat Account ihr Eigen.

Auf der Trendwelle surfen

Derzeit gehört Snapchat zu den am stärksten wachsenden Social Media Channels, die Zahlen beweisen es: Mehr als 7 Milliarden Video-Views (per Smartphone) am Tag, bei 100 Millionen Usern, zeugen schon einmal von Größe. Vorreiter-Brands wie Nike, Puma, Adidas, Burberry und Louis Vuitton setzen bereits auf das beim jungen Publikum werbewirksame Tool. Das Potenzial des Kanals liegt vor allem in seiner Neuheit und der direkten Kommunikation, die kurzlebig ist und daher Begehrlichkeit weckt.

Ob man mittels Snapchat die Verkäufe tatsächlich in die Höhe treiben kann, lässt sich derzeit sicherlich noch schwer sagen. Eins ist aber klar: Experimentierfreude und Offenheit für Neues, vor allem bei der Zielgruppe Teens und Twens, ist in Zeiten des Wandels unerlässlich. Der Kampf um das wertvolle Gut der Aufmerksamkeit ist hart. Und ohne Aufmerksamkeit, wird auch der große Reibach auf sich warten lassen!


Von: Christiane Marie Jördens

Kommentar

In unserer Kategorie Kommentar schreiben die Redakteure der Österreichischen Textil Zeitung darüber, was sie in der vergangenen Woche bewegt hat. Die Welt der Modeindustrie und des Modehandels, ihre Tücken, Herausforderungen und Kuriositäten - ganz persönlich im Kommentar auf den Punkt gebracht.

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