Gerry Weber ohne Chefs

Gerry Weber ohne Chefs

Rainer Hosch Photography
Alexander Gedat
Alexander Gedat

Johannes Ehling und Urun Gursu verlassen den deutschen DOB-Hersteller überraschend. Alexander Gedat übernimmt interimsweise.

Erst vor zwei Wochen hat die Textilzeitung ein Interview mit den beiden Gerry-Weber-Vorständen Johannes Ehling (Vorstandssprecher) und Urun Gursu (Produkt) geführt. Nun haben sich die beiden noch vor Erscheinen des Artikels überraschend aus dem Unternehmen verabschiedet – »auf eigenen Wunsch«, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt. Freilich: Vor wenigen Tagen, als noch einige Details rund um das Interview abgestimmt werden mussten, war von diesem Wunsch noch wenig zu merken. Im Gegenteil versuchten die beiden, nach der Beendigung des Insolvenzverfahrens ein rosiges Bild von der Zukunft des Konzerns und der Rückkehr zur festen Größe im Mainstream-Markt zu zeichnen. Als Grund für die Entscheidung, das Unternehmen zu verlassen, wird nun lediglich der »Kontrollwechsel« angegeben, also der Übergang auf die neuen Eigentümer, die beiden Finanzinvestoren Robus und Whitebox.

Der neue Vorstand

Nun nimmt Alexander Gedat, erst seit Dezember 2019 Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens, interimsweise die Position des Vorstandsvorsitzenden. »Wir werden an unserem strategischen Kurs der nachhaltigen Restrukturierung und Transformation von Gerry Weber festhalten«, sagt der 55-Jährige. Der Aufsichtsrat wird umgehend mit der Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden beginnen.

Der alte Vorstand

Ehling war im April 2018 mitten in der Krise als CSO und CDO zu Gerry Weber gekommen und hatte in einer Entscheidenden Phase die Sanierung des Konzerns vorangetrieben. Urun Gursu begann im März 2019 als Produktvorstand und sollte die Kollektionen modernisieren und die Supply Chain optimieren. Weiterhin im Vorstand bleibt lediglich Florian Frank als Chief Restructuring Officer.

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