Thomas Rettl (RETTL 1867) in elf Statements: ...
Thomas Rettl (RETTL 1867) in elf Statements

»Wir sind eine große Mode-Familie«

RETTL 1867

Zu unserem 75-Jahr-Jubiläum bitten wir 75 Persönlichkeiten aus der Mode-Community vor den Vorhang. Nummer 33 ist Designer Thomas Rettl.

Mode bedeutet für mich … sich durch sein äußeres Erscheinungsbild einer bestimmten Geisteshaltung oder Gruppe zugehörig zu zeigen – ebenso wie neuen Ideen und Trends zu folgen. Das beruht ja auf einem gruppendynamischen Effekt, der die Menschen schon seit tausenden von Jahren antreibt – auch Römer und Kelten hatten ihre Modetrends!

An der Modebranche fasziniert mich … die stetig neue Inszenierung und Kreativität. Selbst wenn uralte Themen einfach nur wieder neu aufgewärmt werden und als NEU verkauft werden. 

In meinem Job braucht man … Begeisterung, Durchhaltevermögen und Überzeugungsfähigkeit.

Am stärksten bemühe ich mich in meinem Unternehmen um … Kommunikation und Markenbewusstsein. Wir sind eine große Mode-Familie – die mit Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit agiert. Das sollen auch alle unsere Kunden und Partner mitbekommen – und tun es offensichtlich auch, was der große Erfolg bestätigt.

In den letzten beiden Jahren habe ich gelernt, … wenn man kreativ und zuversichtlich neue Ideen entwickelt und umsetzt, kann man auch in noch so schwierigen Situationen reüssieren.

Die größte Herausforderung für die Branche ist derzeit … eine umwelt- und ressourcenzerstörende Überproduktion – wie bei den Lebensmitteln – wo 50 Prozent ohnehin nicht den Weg zum Verbraucher finden. Das muss den Kunden klar (gemacht) werden um das Konsumverhalten zu beeinflussen.

Am einfachsten ließe sich ändern … weniger ist mehr !

Wenn ich mich über Mode informieren will, … halte ich die Augen offen. Alles ist Mode, überall passiert Mode, die Kanäle sind heute vielfältiger denn je.

Die Marken, die mich am meisten inspirieren, … hm, das sind frühe Kollektionen von Westwood, Moschino, Etro und die Traditionsstories der Britischen Brands wie Burberry, Daks, Barbour. Aber das sind ja leider auch schon vielfach konzerngesteuerte Unternehmen, wo keine Persönlichkeiten mehr erkennbar sind, da die Designer ausgewechselt werden, wie die Trainer bei Fußballklubs.

Durch die Pandemie ist die Mode/der Modekonsum ... logischerweise stark eingebrochen. Wenn man es nicht ausführen kann, dann kauft man sich nichts Neues. Ein Teil der Konsumenten ist auch nachhaltigkeitsbewusster geworden.

Ich kaufe Mode am liebsten … bei kleinen kreativen Indie-Brands, die noch keinem Konzern gehören.

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