Meike Schilcher (Daddy's Daugthers) in elf St...
Meike Schilcher (Daddy's Daugthers) in elf Statements

»Die Modebranche ist nicht viel schlauer geworden«

Daddy's Daughters

Zu unserem 75-Jahr-Jubiläum bitten wir 75 Persönlichkeiten aus der Mode-Community vor den Vorhang. Die gebürtige Bielefelderin und Wahl-Österreicherin Meike Schilcher ist seit 10 Jahren mit ihrem eigenen Cashmere-Label und als Chefin einer Modeagentur (u. a. Luis Trenker ) erfolgreich.

Mode bedeutet für mich … persönlicher Ausdruck, Lebendigkeit, Zeitloses mit Trends zu kombinieren, Begehrlichkeit.

An der Modebranche fasziniert mich … der Mut zu Veränderung und dennoch die Beständigkeit.

In meinem Job braucht man … Ausdauer, Freude an Kreativität, Inspiration (derzeit oder überhaupt in Zukunft auch ohne viele Reisen), Farbgefühl, Begeisterung, Kommunikationsfähigkeit, planerisches Denken und Handeln sowie eine entspannte und glückliche Familie.

Am stärksten bemühe ich mich in meinem Unternehmen um …. die bestmögliche Zusammenarbeit zwischen uns und unseren Kunden. Und um die Umsetzung von neuen Ideen in Form von spannenden Kollektions Kapseln, mit denen ich nicht nur mich und meinen Vertrieb, sondern auch unsere Kunden immer wieder aufs Neue überraschen möchte.

In den letzten beiden Jahren habe ich gelernt, … mich den Gegebenheiten anzupassen und dennoch das bestmögliche Produkt in höchstem Qualitätsstandard an unsere Kunden auszuliefern. Selbst vor der Kamera zu stehen und somit persönlich für meine Produkte zu stehen. Nach vorne zu schauen, in die Zukunft zu arbeiten und dabei die Gegenwart im Auge zu haben.

Die größte Herausforderung für die Branche ist derzeit … die Lieferkette von der Rohware zum fertigen Produkt. Die damit verbundenen Preissteigerungen von Materialien und Transportkosten. Wer selbst importiert, der weiß, dass die Stückkosten für Transporte fast um das Doppelte gestiegen sind.

Am einfachsten ließe sich ändern, … die Liefertermine wieder in die reellen Jahreszeiten zu verlegen und die Mode in gewisser Weise zu entschleunigen und somit auch ein Stück weit nachhaltiger zu machen. Während der Pandemie haben so viele große Labels davon geredet, aber jetzt sind doch scheinbar alle schon wieder im immerwährenden Fahrwasser angekommen und liefern bereits im November die Sommerware des Folgejahres aus. Und im heißesten Juni die ersten Winterjacken. Schade. Entweder zu wenig Mut Vorreiter zu sein, oder zu große Angst Umsatz zu verlieren, Gefangene im eigenen Radl irgendwie. Es ist Verständlich, dass durch die Fernost-Problematik gerade die Großen Player wieder stark auf Europa setzen. Dort findet aber aktuell schon wieder eine Verdrängung und Preis Diktatur statt, die nicht gesund scheint. Und am Ende geht es immer um noch mehr Profit, und nicht um gerechtes Teilen.

Wenn ich mich über Mode informieren will, … dann schaue ich online wenige Shows aus Paris, blättere ich liebend gern internationale Wohn und Mode-Zeitschriften in Print durch wie vor 20 Jahren und durchstöbere ich auch schon mal Instagram. Ich laufe mit offenen Augen durch die Welt.

Die Marken, die mich  am meisten inspirieren, … sind Chloé,  sabel Marant, Toteme und Loewe.

Durch die Pandemie ist die Modebranche ... nicht viel schlauer oder entschleunigter geworden.

Ich kaufe Mode am liebsten … entspannt im Vorbeilaufen - und offline.

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