Maria Rupprechter (Refurbed) in elf Statement...
Maria Rupprechter (Refurbed) in elf Statements

»Die Menschen wollen nachhaltige Mode kaufen, wissen aber nicht wo«

refurbed/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

Zu unserem 75-Jahr-Jubiläum bitten wir 75 Persönlichkeiten aus der Mode-Community vor den Vorhang. Maria Rupprechter ist als Director of Supply bei der nachhaltigen Online-Verkaufsplattform Refurbed für den Aufbau des Angebots an recycelter Mode verantwortlich.

Mode bedeutet für mich … Ausdruck von Persönlichkeit, Individualität und Spiel – aber auch Komfort.

An der Modebranche fasziniert mich … die Kreativität, die Vielfalt und die komplexen Problemstellungen, die die Branche immer wieder zu lösen hat. Derzeit ist hier vor allem das Thema Nachhaltigkeit zentral. Über Jahrzehnte hinweg hat sich die Modebranche »ausgetobt« und unzählige Ressourcen verbraucht, ohne über Konsequenzen für die Umwelt nachdenken zu müssen. Fast und Ultra-Fast Fashion konnte wachsen und hat unzählige Fans gewonnen. Nun stehen wir vor der großen Frage: Wie können wir dem entgegenwirken? Was können Unternehmen und Konsument:innen tun?

In meinem Job braucht man … Kommunikationsstärke, strategisches Denkvermögen sowie Leadership Skills. Außerdem ein Auge für Trends, Durchsetzungskraft – und eine Vision einer nachhaltigeren Zukunft.

Am stärksten engagiere ich mich in meinem Unternehmen fürrefurbed Fashion, unsere neu gelaunchte Kategorie. Damit sind wir unserer Vision – ein nachhaltiger Marktplatz zu werden, auf dem sämtliche Konsumgüter des täglichen Bedarfs nachhaltig erhältlich sind – einen Schritt näher gekommen. Hier geht es für mich darum, ein attraktives, nachhaltiges Angebot für unsere Kund:innen zu entwickeln, welches einfach ist und transparent dabei hilft, fundierte Kaufentscheidungen zu treffen. Besonderes Augenmerk liegt derzeit auch darin, kategorienübergreifende Nachhaltigkeits- und Qualitätsstandards zu definieren, damit unsere Kund:innen die Sicherheit haben, dass alle Kategorien von refurbed streng und seriös überprüft werden.

In den letzten beiden Jahren habe ich gelernt, ... resilient zu sein und auf meine Intuition zu hören. Das hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin: in eine spannende Position mit einem tollen Team und einer der wichtigsten Missionen der heutigen Zeit, nämlich einen möglichst großen Beitrag für unsere nachhaltige Zukunft zu leisten.

Die größte Herausforderung für die Branche ist derzeit ... eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit und echte Schritte in Richtung eines bewussten Modekonsums. Dazu zählen wir nicht nur ein realistisches Verständnis von dem Impact, den Mode auf die Umwelt hat, dazu zählt auch ein generelles Verständnis von Konsum und seinen Auswirkungen.

Am einfachsten ließe sich ändern … Kundinnen eine attraktive Alternative zu Fast Fashion zu bieten und das Bewusstsein für das Thema zu stärken. Daran arbeiten wir mit refurbed täglich, da wir die Herausforderungen der Branche, die für KonsumentInnen entstehen, erkannt haben. Es wird eine vertrauenswürdige Plattform gebraucht – und die bieten wir an. So können Kund:innen sicher sein, dass die Produkte, die sie kaufen, wirklich nachhaltig sind. Und damit machen sie gleich noch mehr Spaß!

Wenn ich mich über Mode informieren will, … lasse ich mich gern auf Instagram inspirieren, aber auch von Streetstyles. Speziell meine ehemalige Heimat Berlin eignet sich sehr gut dafür. Wenn es um meine Arbeit bei refurbed geht, sind vor allem Gespräche mit unseren Händler:innen (den Brands, die auf unserem Marktplatz verkaufen), meine Inspirationsquelle. Sie berichten von Herausforderungen der Branche genauso, wie über neue Methoden des Recyclings, technische Entwicklungen und vieles mehr.

Die Marken, die mich am meisten inspirieren, … sind vor allem skandinavische Brands, da ich den Style gerne mag und sie Nachhaltigkeit oft als Fundament ihrer Marke sehen. Die Authentizität, die bei diesen Brands entstanden ist, ist beeindruckend und bietet viel Potenzial für eine Marke.

Durch die Pandemie ist die Mode/der Modekonsum … komfortabler geworden und ein Stück bewusster. Konzepte wie ein Capsule Wardrobe (also ein Kleiderschrank, der aus max. 30 Stücken besteht), oder auch Second-Hand-Plattformen gewinnen an Bedeutung. Und das Interesse von Kund:innen, nachhaltige Mode zu kaufen, steigt massiv. Genau das haben wir auch vor dem Launch von refurbed erlebt: Menschen wollen nachhaltige Mode kaufen, wissen aber nicht wo – und können oftmals nicht unterscheiden, welche Initiativen aufrichtig sind und bei welchen Claims es sich um reines Greenwashing handelt. Hier ging es also darum, dem entgegenzuwirken und einen zentralen Ort zu kreieren, an dem Kund:innen alles finden, was sie suchen.

Ich kaufe Mode am liebsten … bei refurbed Fashion ;-) Außerdem lasse ich mich gern in der Stadt inspirieren oder klicke mich durch zahlreiche Onlineshops.

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