Isabella Klausnitzer in elf Statements: »Beim...
Isabella Klausnitzer in elf Statements

»Beim Modekauf bin ich ein treuer Dinosaurier«

Kurier

Zu unserem 75-Jahr-Jubiläum bitten wir 75 Persönlichkeiten aus der Mode-Community vor den Vorhang. Nummer 22 ist Journalistin Isabella Klausnitzer.

Mode bedeutet für mich … meinen persönlichen Stil und Ästhetikbewusstsein zum Ausdruck zu bringen. Apropos Stil: Der hat meiner Meinung nach nicht unbedingt was mit Mode zu tun. Besonders wenn man älter wird, geht es mehr um Stil als um Mode. Mode kann man kaufen, Stil nicht. Kann man Stil lernen? Leider nein.

An der Modebranche fasziniert mich … dass sie immer ein Ausdruck der jeweiligen gesellschaftlichen Befindlichkeit ist, mit dem Blick gleichermaßen nach vorne wie auch zurück gerichtet.

In meinem Job braucht man … Ausdauer, Neugierde, ein sehr gutes Auge, ein noch besseres „G’spür“, was ist eine Geschichte, Schreibtalent, Kommunikationstalent, Kreativität, viel Fachkenntnis, viel Wissen, viel Bildung. Lifestylejournalismus besteht aus sehr viel mehr als nur Interesse an Mode und Beauty.

Am stärksten bemühe ich mich in meinem Unternehmen um … wenn ich ein Unternehmen hätte, wäre mir Teamfähigkeit, Teamgeist und das Fördern von jungen Mitarbeiter:innen besonders wichtig.

In den letzten beiden Jahren habe ich gelernt, … dass ich von überall aus arbeiten kann.

Die größte Herausforderung für die Branche ist derzeit … die jeweiligen Bedürfnisse der Menschen im Lifestylebereich möglichst frühzeitig zu erkennen, bevor sie sich noch wirklich manifestiert haben.

Am einfachsten ließe sich ändern … nix! Gar nichts lässt sich einfach ändern, der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Wenn ich mich über Mode informieren will, … verfolge ich ganz gezielt ausgesucht (wenige) Medien, Stylesetter, Social-Media-Kanäle. Und ich habe die Augen immer offen und beobachte, was der Stil der Straße vorgibt.

Die Marken, die mich am meisten inspirieren, … finden sich im Kosmos rund um Demna Gvasalia und Balenciaga. Wurde, like it or not, auch von Kanye West sehr beeinflusst, der ist schon auch ein großes Kreativgenie. Alessandro Michele, der Gucci wieder zu einer erfolgreichsten Marken gepusht hat. Da geht’s nicht nur um Mode, da geht’s um Neuerfindung der Runways, Typen sind gefragt, nicht so sehr Schönheiten. Michele verdanken wir auch die wichtige Entwicklung in Sachen Genderfluidität, denken wir nur mal an Harry Styles. Virgil Abloh war ein Genie, leider zu früh gestorben. Im Augenblick finde ich Labels wie Maryam Nassir Zadeh sehr wichtig, haben die Plus-Size-Mode in den richtigen Mittelpunkt gerückt.

Durch die Pandemie hat sich die Mode/der Modekonsum … viel stärker in Richtung online verlagert.

Ich kaufe Mode am liebsten … nach wie vor in den Stores meines Vertrauens, egal ob Wien, Mailand, Paris etc. etc., da bin ich ein altmodischer, treuer Dinosaurier.

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