Irmie Schüch-Schamburek in elf Statements: „M...
Irmie Schüch-Schamburek in elf Statements

„Mode braucht kluge Zeitlosigkeit“

Götz Schrage

Zu unserem 75-Jahr-Jubiläum bitten wir 75 Persönlichkeiten aus der Mode-Community vor den Vorhang – darunter auch die ÖTZ-Redaktion. Nummer 64 ist die Journalistin und Trend-Scout Irmie Schüch-Schamburek.

Mode bedeutet für mich … stetiger Wandel – das Wesen der Mode ist Veränderung. In Zeiten massiver, weltweiter Veränderungen hat auch Mode wieder eine großartige Chance sich neu zu positionieren.

An der Modebranche fasziniert mich … dass sie immer ein Spiegel der Gesellschaft ist - und ihre immensen kreativen Ausdrucksformen.

In meinem Job braucht man … ein gutes Gespür für den Zeitgeist und zugleich die Fähigkeit, diesen so zu vermitteln, dass er in materielle Produkte oder einen persönlichen, authentischen Stil übersetzt werden kann.

Am stärksten bemühe ich mich in meinem Unternehmen um ... die Vermittlung positiver Aspekte in all den Veränderungen – die psychologischen Aspekte halte ich ebenso wichtig wie die wirtschaftlichen.

In den letzten beiden Jahren habe ich gelernt, … sehr flexibel zu sein und jeder Herausforderung mit kreativen Lösungsansätzen zu begegnen.

Die größte Herausforderung für die Branche ist derzeit … ein völliges Umdenken gewohnter Prozesse. Das beginnt beim Design und den Materialien, setzt sich in neuen Produktionstechniken und Vertriebsmöglichkeiten fort und endet nicht beim Verkauf, sondern bei der Ausschöpfung aller Recycling-Möglichkeiten bis hin zur Kreislaufwirtschaft.

Am einfachsten ließe sich ändern … als Konsument achtsamer beim Konsumverhalten zu sein – und ein größeres Selbstbewusstsein für heimische Produkte zu entwickeln. Als Händler auf qualitativ hochwertige, nachhaltige Waren zu setzen und auf schnelllebige Trends zu verzichten.

Wenn ich mich über Mode informieren will, … tue ich dies bei internationalen Trendagenturen und auf der Pariser Premiere Vision, aber auch in Shops, im Straßenbild, in Social-Media-Kanälen und bei zeitgenössischer Kunst.

Die Marken, die mich am meisten inspirieren, … sind kleine Nischenmarken, die bereits neue gesellschaftliche Bedürfnisse integrieren – wie Nachhaltigkeit, Authentizität, kreative Einzigartigkeit, faire, lokale Produktionen, auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtete Modelle und kluge Zeitlosigkeit im Stil. Etliche österreichische Designer erfüllen diese Kriterien wunderbar.

Durch die Pandemie ist die Mode/der Modekonsum ... noch schneller und härter an seine Grenzen gestoßen und hat bestehende Probleme gnadenlos aufgezeigt. Dies ermöglichet aber auch radikalere, schnellere Veränderungen und somit eine schnellere Wende zum Guten.

Ich kaufe Mode am liebsten … bei österreichischen DesignerInnen oder in Inhaber geführten, österreichischen Boutiquen.

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