Dagmar Lang in elf Statements: »Corona war sc...
Dagmar Lang in elf Statements

»Corona war schlimm, der Krieg in der Ukraine wird es noch lange sein«

Sabine Klimpt

Zu unserem 75-Jahr-Jubiläum bitten wir 75 Persönlichkeiten aus der Mode-Community vor den Vorhang – darunter auch das ÖTZ-Team. Nummer 52 ist Herausgeberin Dagmar Lang.

Mode bedeutet für mich sehr viel, denn das Thema hat mich seit meiner Volksschule begleitet und ich habe als Jugendliche von der ausgestellten Schlaghose bis zur Röhrenjeans und dem weißen Hemd vom Vater alles mitgemacht. Und irgendwann zwischen Matura und Sponsion findet man den eigenen Modestil, der für mich bedeutet, immer passend zum Anlass angezogen zu sein, weil einem das richtige Kleidungsstück in die richtige Stimmung versetzt.  

An der Modebranche fasziniert mich die Kreativität und die Schnelligkeit, mit der sich die Branche jede Saison neu erfindet. Sie strahlt so viel Energie und vor allem Optimismus aus, auch in schwierigen Zeiten.

In meinem Job braucht man das richtige Gespür für die wichtigen und relevanten Themen, den besten Zeitpunkt und immer Geduld und Beharrlichkeit.

Am stärksten bemühe ich mich in meinem Unternehmen um …. den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen, denn nur die Vielfalt macht gute Fachmedien aus.

In den letzten beiden Jahren habe ich gelernt, … dass sich der Mensch unglaublich schnell auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen kann. Meine Großmutter, die noch im 19. Jahrhundert geboren ist, hat mir das zwar immer erzählt, aber ganz geglaubt habe ich es ihr nie.

Die größte Herausforderung für die Branche ist derzeit …dass es jeden Tag eine neue Herausforderung gibt und geben wird. Corona war schlimm, der Krieg in der Ukraine wird es noch lange sein, aber das ist alles nichts verglichen mit den Folgen des Klimawandels.

Am einfachsten ließe sich ändern dass wir mehr zuhören, mehr aufeinanderzugehen und nicht immer in erster Linie an uns selbst denken.

Wenn ich mich über Mode informieren will, lese ich seit Teenagertagen Modemagazine, seit 2005 in erster Linie die ÖTZ in Print und online und besuche mit großer Leidenschaft Modemessen.

Die Marken, die mich am meisten inspirieren, sind die eine Heritage haben und von leidenschaftlichen Menschen gestaltet werden.

Durch die Pandemie ist die Mode/der Modekonsum ... zunächst deutlich zurückgegangen. Doch wie nach einer Diät kommt der Appetit sehr schnell wieder zurück, zumal man den Kleiderkasten in den Lockdowns ja auch ordentlich ausgemistet hat.

Ich kaufe Mode am liebsten stationär bei Menschen, die sich Zeit für gute Beratung nehmen. Also bei eigentümergeführten Handelsbetrieben, die ihre Kunden besser kennen als das Big Data auch nur ansatzweise zu leisten im Stande ist.

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