Christian Leitner in elf Statements: »Mode is...
Christian Leitner in elf Statements

»Mode ist etwas Schönes!«

Christian Leitner Retail Group

Zu unserem 75-Jahr-Jubiläum bitten wir 75 Persönlichkeiten aus der Mode-Community vor den Vorhang. Christian Leitner ist einer der größten Franchise-Händler Österreichs. Er betreibt Stores der Konzepte s.Oliver, Comma, Esprit, Betty Barclay, Zero, Champion und – neu ab September – Scotch & Soda.

Mode ist für mich … etwas Schönes! Sie ist da, um unsere Persönlichkeit mit unserem individuellen Geschmack und Stil zu untermalen. Durch unser Modebewusstsein schaffen wir es, uns transparent und individuell nach außen zu präsentieren und zu repräsentieren. Ganz nach dem Motto: Kleider machen Leute.

An der Modebranche fasziniert mich, … dass man jeden Tag vor neuen Herausforderungen steht. Wie reagieren die Kunden auf die Kollektionen? Wie kann man die neuen Styles kombinieren, welche Accessories unterstreichen das gewählte Outfit? Ich liebe es mit Mode zu spielen und Neues auszuprobieren.

In meinem Job braucht man … viel Geduld, Durchhaltevermögen und Lösungsorientierung. Man braucht die Gabe, vorauszuschauend denken und planen zu können. Ein gutes Gespür für Trends und einen guten Zugang zu Menschen. Zu Kunden und vor allem unseren Mitarbeitern.

Am stärksten bemühe ich mich in meinem Unternehmen um …. Wir expandieren im Moment sehr stark für ein mittelständisches Unternehmen. Wir haben in den letzten beiden Jahren unsere Anzahl an Stores, Mitarbeitern und Umsatz verdoppelt. Unser größtes Interesse gilt dabei immer dem Endkonsumenten. Er ist der, der in allen Bereichen darüber entscheidet, ob das, was wir tun, gut ist und angenommen wird.

In den letzten beiden Jahren habe ich gelernt, … die Nerven zu bewahren. Nach anfänglichen Existenzängsten und der Angst vor dem Untergang habe ich mich im Lockdown 1 nach 4 Tagen Schockstarre für den Angriff nach vorne entschieden und die Krise als Chance genutzt. Auch die Phasen dazwischen waren immer wieder schwierig. Ich habe die Zeit immer genutzt um mich und meine Mitarbeiter weiterzuentwickeln und immer wieder für das Reopening zu motivieren. Wir haben es geschafft, erfolgreich durch die letzten zwei Jahre zu kommen. Auch ohne große Unterstützungen (ausgenommen die Kurzarbeit), denn durch die Expansion verzeichneten wir im Vergleich zu 2019 immer Plusumsätze – ein K.o.-Kriterium für Ausfallboni und Umsatzersatz, die eigentlich bestrafen für den Kurs nach vorne.

Die größte Herausforderung für die Branche ist derzeit … Aktuell treffen uns viele Faktoren. Von Lieferengpässen über die steigenden Energie- und Rohstoffpreise bis hin zu den Index-Erhöhungen bei den Mieten. Die Kostenseite explodiert. Die Umsätze wachsen nicht in derselben Größenordnung mit. Spannend werden noch die Erhöhungen der Kollektivverträge ab 1. 1. 2023. Wenn die Regierung hier nicht unterstützend eingreift und eine deutliche Entlastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer präsentiert, wird es in einigen Bereichen schwierig werden. Ich halte nichts davon den Einzelhandel als Gesamtes zu betrachten. Hier gibt es aus der Corona-Krise viele Gewinner - aber auch gebeutelte Branchen wie die Modebranche.

Am einfachsten ließe sich ändern … die Menschen wieder zum Einkaufen im stationären Einzelhandel zu motivieren. Ihnen die Wichtigkeit näher zu bringen, warum es Sinn macht stationär zu kaufen. Wertschöpfung in der eigenen Stadt, im eigenen Bezirk, im eigenen Land zu halten. Dass Zara jetzt für Retouren im Online-Shop eine Gebühr verrechnet, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass die Zalandos dieser Welt auch mitgehen. Aber auch die Besteuerung internationaler Großkonzerne wäre hier ein wichtiger Punkt.

Wenn ich mich über Mode informieren will, … Wir haben die aktuellen Modejournale abonniert und man kann sich vorab gut im Internet informieren. Wir fahren allerdings gerne auf Messen und Modepräsentationen in die Showrooms unserer Partner. Für uns ist es wichtig die Kollektionen zu sehen und die Ware zu spüren. An eine Digitalisierung der Musterkollektionen glauben wir nur bedingt.

Die Marken, die mich am meisten inspirieren, … Wir arbeiten mit vielen Marken zusammen. Unsere größte Partnerschaft sind wir mit s.Oliver eingegangen. Das liegt vielleicht daran, dass ich selbst seit zwanzig Jahren mit s.Oliver verbunden bin und meinen Weg dort gefunden habe. Wir haben aber auch Partnerschaften mit Comma, Esprit, Betty Barclay, Zero, Champion und jetzt ganz neu mit Scotch&Soda – da freue ich mich schon besonders auf die Eröffnung im September. Das ist für mich und meinen Partner eine neue Herausforderung.

Durch die Pandemie hat sich der Modekonsum ... etwas hin zu sportlich-leger entwickelt. Die Menschen brauchten keine Anlassmode oder etwas Schönes fürs Büro. Hier hat man sich auf bequeme Homewear umgestellt. Jetzt sind wir aber wieder zurück:- Homeoffice hat zu einem gewissen Teil ausgedient und wir Menschen als soziales Wesen freuen uns wieder mit den Kollegen zusammen zu sein. Das hat auch den Konsum ein wenig angetrieben. Das tut dem Handel gut.

Ich kaufe Mode am liebsten … Mein Kleiderschrank besteht nur aus Bekleidung, die ich in meinen eigenen Stores kaufe. Ich bin selbst vier Tage pro Woche aktiv in den Stores unterwegs um den Kontakt zu den Endkonsumenten nicht zu verlieren. Da findet man immer etwas. Meine persönliche Lieblingsbrand ist Scotch & Soda. Mir passen die Jeans hier am besten.
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