Überblick: Die Schauen von New York bis Paris

Überschattet von den jüngsten Entwicklungen der Covid-19-Pandemie präsentierten die internationalen Modehäuser ihre Kollektionen für Herbst/Winter 2020/21 in New York, London, Mailand und Paris.

Galerie: Internationale Schauen HW 20/21

Als auf der Londoner Modewoche einige Besucher Atemschutzmasken trugen, deuteten das viele zunächst als Fashion-Gag. In Paris, nur wenig später, zeigte sich bereits ein anderes Bild. Wer anfänglich glaubte, das Coronavirus könne den Modekosmos nicht beeinflussen, irrte. Der immer weiter reichende Schatten einer globalen Epidemie bringt vielfältige Auswirkungen mit sich, die über die eigentliche gesundheitliche Bedrohung hinausgehen. Die Kollektionen für Herbst/Winter 2020/21 haben es dennoch verdient, besprochen zu werden. Ein Überblick von New York bis Paris:

New York

Kein Tommy Hilfiger, kein Ralph Lauren – die Ausgangslage für New York war wenig rosig. Dennoch bot die Modewoche einige Highlights. The Row zeigte wie gewohnt feinste Materialien und hohe Schneiderkunst. Label to Watch ist Eckhaus Latta, das für seine Kollektionen seit Markengründung Stoffe aus Restbeständen verarbeitet. Das Finale bildete die Show von Marc Jacobs. Statt der Extravaganz der vergangenen Saisons zeigte er die Nostalgie eines vergangenen New Yorks: Kaschmirmäntel in A-Linie trafen auf Kleider und Kopftücher, Cocktailkleider aus eingedrehten Blumen sowie Strickpullover mit Bubikrägen.

London

Am Morgen des 14. Februar 2020 wurden die ersten Looks für Herbst/Winter 2020/21 auf der London Fashion Week präsentiert. Durchaus geprägt von Gesprächen über Brexit und Coronavirus war es für die Modeschaffenden eine besondere Aufgabe, die Gäste von London als wichtigen Modestandort zu überzeugen. Neu zeigten beispielsweise die Fashion-East-Alumna Yuhan Wang sowie Designer Petar Petrov. Auch große Namen wie Simone Rocha, JW Anderson, Erdem und Christopher Kane nutzten die Stadt an der Themse als Präsentationsplattform. Victoria Beckham überzeugte mit überlangen, ballonartigen Ärmeln, Slipdresses, großen Blusenkragen und kräftigen Farben. Riccardo Tiscis Kollektion für Burberry zeigte Trenchcoats in unterschiedlichsten Varianten, Hosenanzüge – selbstverständlich kariert – sowie neuinterpretierte Etuikleider.

Mailand

Wichtiges Thema in Mailand war gewiss die Verkündigung der Zusammenarbeit von Miuccia Prada und Raf Simons. Für Herbst/Winter 2020/21 zeigte Prada Röcke mit tiefen Schlitzen aus maskulinen Qualitäten wie Tweed und Flanell. Paul Andrew präsentierte für Salvatore Ferragamo Anzüge mit bis unter die Brust geschnittenen Hosen, Kleider mit Fransen und Ledercapes. Silvia Venturini Fendi zeigte Mäntel aus Tweed mit eingenähten Korsett-Details, schwarzes Leder und rosafarbene Satinkleider. Zum ersten Mal liefen mit Paloma Elsesser und Jill Kortleve zwei Plus-Size-Models für Fendi über den Laufsteg. Giorgio Armani entschied sich dafür, seine Show ausschließlich über einen Livestream zugänglich zu machen. Am Bildschirm konnte man so Anzüge aus Samt und glitzernde Fransen betrachten. Highlight war zudem die Show von Gucci, zu der Alessandro Michele alle geladenen Gäste mittels WhatsApp-Nachricht lud. Die Inszenierung bot einen Blick hinter die Fassade einer Modenschau. Bei Jil Sander bekam man Strickkleider oder Anzüge mit einem Blazer ohne Revers zu sehen – Entwürfe, die jene Kundin anspricht, die einst Phoebe Philos Celine kaufte. Daniel Lee setzte für Bottega Veneta auf Hosenanzüge mit Stretch-Anteil, Fellmäntel und Kleider mit langen Ärmeln und Rollkragen aus Pailletten.

Paris

Den Beginn der Paris Fashion Week markierte die Modenschau von Christian Dior. Für Herbst/Winter 2020/21 zeigte Kreativdirektorin Maria Grazia Chiuri Hemden mit Krawatten zu Faltenröcken und Bundfaltenhosen, Anzüge aus Denim oder Cord und Kleider mit Fransen. Natacha Ramsay-Levi setzte bei Chloé auf ausgestellte Hosen, fließende lange Kleidern und Blazer mit gekrempelten Armen. Virginie Viard schickte in ihrer Show für Chanel ihre Models teils zu zweit oder zu dritt wie Freundinnen über den Laufsteg. Dabei trugen sie weite Hosen, Tweed-Kostüme und Röcke sowie Tops aus Spitze mit kleinen Chanel-Logos. Bei Anthony Vaccarello für Saint Laurent dominierte Latex das Bild. Dazu kamen Blazer mit breiten Schultern. Hedi Slimane für Celine mischte Bourgeoisie der 70er-Jahre mit Culottes, Capes und Seidenkleidern, Hosenanzügen aus Samt und Miniröcken.

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