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Shein

»Der manipulativste Anbieter im Fast Fashion-Business«

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Viel Mode für ganz wenig Geld: Der chinesische Online-Retailer scheint drauf und dran, die modische »Weltherrschaft« an sich zu reißen. Eine aktuelle Studie zeigt die Strategien dahinter auf.

Der Online-Only Fast Fashion Retailer Shein (sprich: »She In«) ist besonders für seine günstigen Preise bekannt. Auf Tik Tok, aber auch auf Instagram kursieren unzählige Videos von Shein-Shopping Hauls. Im Zentrum steht dabei Quantität statt Qualität, denn mit relativ wenig Budget können beim Online-Versender Kisten voll Kleidung eingekauft werden. Wegen des immer stärker werdenden Trends zur Nachhaltigkeit sieht sich der Konzern derzeit mit einem Shitstorm konfrontiert.

Doch nicht nur dafür: Auch die Marketingstrategien des Fast Fashion Riesen werden heftig kritisiert. Laut dem Unternehmensberater Rogue Media ist Shein derzeit die manipulativste Mode-Webseite. Angefangen von Aktions-Countdowns sobald man auf die Webseite gelangt, über Member-Angebote, bis hin zu intensivem Newsletter Marketing – Shein zieht alle Register, um seine Kunden mit immer mehr Aktionen und Geschenken zu höheren Warenkorbwerten zu verleiten. In Summe werden Kunden bis zum Checkout mit acht verschiedenen Kauf-Fallen konfrontiert.

Große Gefahr für Junge

Große Aufmerksamkeit erregte aber auch die Kritik von Textilarbeiterrechtsgruppen, die die fehlende Transparenz der Lieferketten bemängelten.

»Es war interessant, zeitgleich schockierend, tief in die Welt der Fast Fashion einzutauchen, um herauszufinden, wie clevere Marketing- und Designtechniken eingesetzt werden, um die Verbraucher in einen endlosen Kreislauf von Kaufen, Tragen, Wegwerfen zu ziehen«, so Andy Woods, Design Director von Rogue Media. Besonders gefährlich seien die Praktiken des Konzerns für junge Menschen: Viele der Neo-Verbraucher seien auf Zahlungsdienste wie Klarna angewiesen, um ihre Einkaufsgewohnheiten zu finanzieren, und würden immer öfter in die Schuldenfalle gelockt. Woods: »Obwohl solche Dark Patterns sicherlich ihren Platz im E-Commerce-Webdesign haben, ist es vielleicht an der Zeit, dass die Branche einen Schritt zurückmacht und ihren Einsatz überdenkt.«

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