Luis Trenker: »Wir sind nicht Wald- und Wiese...
Luis Trenker

Luis Trenker-Chef Michi Klemera in TZ-Interview über die aktuelle Situation im Handel und die Lage in Südtirol.

Die Tracht/Alpiner Lifestyle leiden im Corona-Krisenmodus noch mehr als andere Branchensegmente. Wie kam/kommt Luis Trenker durch die Krise? Wie sieht die aktuelle Situation in Südtirol aus?
Es gibt auch aus Südtirol wenige Highlights zu verkünden, alles geschlossen und Chaos pur! Trotzdem bleibt man optimistisch und hofft wenigstens vor Ostern die Geschäfte, Restaurants, Bars und Hotels wieder zu öffnen. Wir bei Luis Trenker haben in dieser Zeit unseren Online-Umsatz verdoppelt und bringen diesen auf 25% des Gesamtumsatzes. Wir finanzierten damit die geschlossenen, eigenen Läden in Südtirol und der Schweiz. In den geöffneten Shops in Österreich versuchen wir dies mit eigenen, bescheidenen Umsätzen zu schaffen! Unseren Kunden stehen wir sehr offen gegenüber, wir versuchen zu beruhigen wo nötig und sind gut informiert über die verschiedenen Situationen im Handel. Erwähnenswert ist, dass gerade in einer Zeit, in der die Tracht leider so schwächelt Luis Trenker besonders stark gesucht wird. Wir sind nicht Anlass, wir sind nicht Wald-und Wiesenfest, wir sind Bekleidung, eigene, besondere Mode mit großer Tradition, Philosophie und Hintergrund.

Seit 8. Februar haben die Läden in Österreich wieder geöffnet. Welches Fazit ziehst Du mit Deinen eigenen Läden aus den ersten zwei Wochen, welches Feedback bekommst Du von den Partnern im Einzelhandel? Befürchtest Du eine Rabattschlacht?
Wir arbeiten in einem besonderen Nischenmarkt und leben auch vom hochwertigen Tourismus, von den Gästen, den Hoteliers, den Wirten und dem Drumherum. Ohne offenen Grenzen und freier Bewegung geht bei uns relativ wenig und so schaut es aktuell auch mit den Umsätzen in unseren eigenen 6 Stores in Österreich aus! Aber wir sind sehr nahe an unseren fleißigen Mitarbeitern dran, schulen wo wir können, motivieren wo wir dürfen oder müssen und sind im regen Austausch! Ich darf erwähnen, dass ich zum Glück sehr vielen Kunden und Partnern begegnen darf, die einfach und trotz allem gut drauf sind, wir hoffen ja alle, dass es irgendwann wieder normal weitergehen kann und Alternativen oder einen Plan B haben wir und die meisten nicht in der Tasche. Rabattschlachten wir es auf den großen Flächen in den Städten sehr wohl geben.

Allen Schwierigkeiten (Lockdown, keine Messe etc.) zum Trotz: Das Modebusiness geht weiter. Wie haben sich die Ereignisse der letzten 12 Monaten auf Deine Kollektion ausgewirkt? Wo geht die modische Reise hin? Mit welchen Teilen wird man im kommenden Herbst wieder Kauflust erzeugen?
Luis Trenker feiert 2021 sein 25. Jubiläum, dementsprechend waren wir begeistert eine besondere Kollektion zu präsentieren, zwar kleiner, aber sehr konzentriert, sehr hochwertig und so machen wir auch weiter. Wir investieren voll in die Kreativität, wir unterstützen unsere Kunden, nehmen Ware zurück, bieten besondere Corona-Hilfsstrategien an, um unseren Händler nicht aus den Augen zu verlieren und auch die neue Frühjahr/Sommer 2022-Kollektion entsteht gerade als gäbe es Covid-19 nicht. Ich bin sehr überzeugt, dass Luis Trenker aus dieser Situation gestärkt  hervortritt, wir sind ein Team das sehr eng zusammenrückt. Mode ist in Südtirol neben der Industrie, dem Tourismus, der Landwirtschaft und dem sehr starken Handwerk eine Nebenerscheinung, trotzdem sind wir glücklich in diesem Paradies Südtirol zu arbeiten und zu leben.

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