Kooperation: Burberry launcht neuen Luxury Co...
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Burberry launcht neuen Luxury Concept Store in China

Norikazu Tateishi / AP / picturedesk.com

Das britische Label hat sich mit dem chinesischen Technologie-Riesen Tencent zusammengetan. Gemeinsam entwickelte man ein neues Luxus-Konzept, das auch Social Media mit einbezieht.

Vor Kurzem eröffnete Burberry seinen ersten »Social Retail Store« in Shenzen, dem chinesischen Technologie-Zentrum. Das Konzept soll mittelfristig auf alle chinesischen Standorte umgelegt werden. Durch die Kooperation mit Tencent möchten sich die Briten am chinesischen Markt als besonders innovativer Händler positionieren, schließlich wird hier 40 Prozent des Gesamtumsatzes gemacht. »Es ist ein Paradigmenwechsel, wie wir mit unseren Kunden kommunizieren«, so CEO Marco Gobetti. »Wenn es um Innovationen rund um Social Media und Retail geht, dann ist China ganz klar der richtige Ort, um zu beginnen. Hier finden sich einige der digital erfahrendsten Luxuskunden.«

Chinesen kaufen lieber online

Tencents WeChat Messaging Platform, Chinas Gegenstück zu WhatsApp, spielt eine große Rolle in dieser Partnerschaft. Die App zählt mehr als eine Milliarde User im Reich der Mitte. Ein WeChat Programm erlaubt es Kunden auf exklusiven Content und personalisierte Erlebnisse zuzugreifen, die sie in ihren sozialen Netzwerken teilen können. Alle Kleidungsstücke haben QR-Codes mit Produktinformationen, die mit dem Smartphone gescannt werden können.

»Es ist eine einzigartige Gelegenheit um zu testen, zu lernen und Innovationen auszuprobieren«, so Gobetti. Auch Retail Analysten haben sich bereits lobend über den Hybrid-Store, der Online Shopping mit traditionellem stationärem Handel verbindet, geäußert. »Burberry sind ihrer Zeit voraus, indem sie die Wichtigkeit von Social Media und eCommerce für den chinesischen Konsumenten erkannt haben«, meint etwa Shaun Rein, Gründer der China Market Research Group. Zu viele Luxus-Brands würden sich auf ihre Stores konzentrieren, obwohl die Chinesen lieber online shoppen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Corona momentan teure Übersee-Shopping-Touren verhindert. Digitale Anwendungen in Läden sind bereits seit Jahren auf dem Vormarsch, nun haben sie aber eine neue Dimension erreicht. 

Gegenwind

Der Launch des neuen Stores kommt allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt, gibt es doch wachsende politische Spannungen zwischen London und Beijing. Die beiden Länder trugen in letzter Zeit eine Reihe von Konflikten aus. So sorgten der Rauswurf von Huawei aus dem britischen 5G-Mobilnetz sowie die neuen Sicherheitsgesetze, die China in Hong Kong verhängt hat, für Unmut auf beiden Seiten. »Burberry könnte zwischen die Fronten geraten. Die Chinesen könnten die Marke boykottieren, falls das Vereinigte Königreich die Aufstände in Hong Kong weiterhin unterstützt«, warnt Shaun Rein. Ein Schlag, der nicht leicht zu verdauen wäre: Das britische Luxus-Label betreibt 61 Läden in China.

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