Herbst-/Wintersaison 2021/22: Die neue Tracht
Habsburg

Für Folklore ist gerade kein guter Zeitpunkt. Die neue Tracht orientiert sich am vornehmen Chalet-Stil der Alpenregion. Edel, entspannt, bequem.

Aus dem Gehrock ist ein trachtiger Strickmantel geworden. Aus dem V-Pulli mit Gamsbock oder Adler-Intarsien ein lässiger Hoodie. Und aus dem Lodenmantel ein alles umhüllendes Cape. Die Trachtenhersteller, in den letzten 12 Monaten alles andere als vom Glück verfolgt, stellen sich zum Herbst/Winter 21 auf neue Zeiten ein, soll heißen: sie stellen unter Beweis, dass auch sie umstellen auf mehr Bequemlichkeit und weniger Volksfest-Charakter.
Eine Branche, die mehr als die Hälfte ihres Geschäftes anlassbezogen macht, litt unter Lockdown und dem Entfall jeglicher Events wohl am meisten. Doch sie hat sich schneller als erwartet umgestellt. Die Hersteller ersetzen steife Jäckchen durch Strick, so manches Dirndl durch winterliche Dirndlkleider und anlassbezogene Kombis durch entspannte Outfits mit ländlichem Touch. Dass Strick und Leder in allen Varianten auch in der Mode groß raus kommen, tut der Tracht gut: mit diesen Qualitäten wurde immer schon virtuos gespielt. Jetzt entstehen daraus neue, edle Luxus, bei denen die Hersteller ihr gesamtes Können ausspielen. Handarbeits-Charakter, luxuriöse Qualitäten - und der Anspruch auf Nachhaltigkeit, der in der Tracht nicht durch komplizierte Zertifizierungsverfahren bewiesen werden muss, unterstreichen die Werthaltigkeit der Produkte. Die Tracht wird zum Herbst/Winter 21 zurückhaltender in Farbe und Stil, gehaltvoller in der Aussage und kompromissloser im Qualitätsanspruch. Sie tritt mit den neuen Kollektionen den Beweis an, dass sie auch jenseits von Volksfest-Klamauk ihre Daseinsberechtigung hat.


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