Burberry: Erste Designer-Maske für 100 Euro
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Erste Designer-Maske für 100 Euro

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Das britische Premium-Label Burberry launcht den ersten Mund-Nasen-Schutz um 90 Pfund Sterling (rund 100 Euro).

Als erster Designer knackt das Luxus-Haus die 100-Euro-Marke bei Masken. Zwar sind die sozialen Medien schon seit geraumer Zeit voll mit Bildern von Gucci-, Louis Vuitton- oder Chanel-gebrandeten Masken, allerdings sind das allesamt Fälschungen. Börsennotierte Modekonzerne waren bisher äußerst zurückhaltend, was Masken als Mode-Accessoire betrifft, da man den Eindruck vermeiden wollte, von der Krise zu profitieren oder sie sogar zu glorifizieren.

Kult-Karo

Nun hat Burberry als erster führender Designer eine Masken-Kollektion vorgestellt. Die Maske kostet 90 britische Pfund, wird aus überschüssigem Material hergestellt und ist im Burberry-typischen Kultkaro in beige und hellblau erhältlich. Wie heikel die Sache dennoch ist, sieht man an der akribischen Beschreibung der Maske im Online-Shop: Nachhaltig produziert sei sie, mit einer Antimikroben-Technologie ausgestattet und 20 Prozent des Erlöses gingen an den Burberry Foundation Covid-19 Community Fund. Dieser wurde im April gegründet, kurz nachdem Burberry begonnen hatte, Schutzausrüstung für den NHS (National Health Service, die staatliche britische Krankenkasse) herzustellen.

Masken waren aber unbestritten für viele Textilunternehmen ein Rettungsanker in der Krise. So stellte etwa der heimische Trachten-Traditionalist Tostmann seine Produktion rasch auf Masken um: „Wir haben bereits in der ersten Woche nach dem Shutdown begonnen für einen österreichischen Hersteller von medizinischer Schutzkleidung Schutzmasken zu nähen,“ so Anna Tostmann. „Das tun wir als Lohnbetrieb und es ist wohl gerade einmal kostendeckend. Aber es bedeutet Beschäftigung und weniger Kurzarbeit für den Staat.“ Ein positiver Nebeneffekt sei, dass man sich ein gutes Know-How bei der Fertigung von Schutzmasken aneignen konnte und als die Maskenpflicht für Privatpersonen aufkam, sehr schnell auch diese versorgen konnten. „Dafür haben wir einen kleinen Onlineshop erstellt und können innerhalb von zwei  Werktagen versenden. Das ist eben der große Vorteil einer eigenen Produktion im Haus.“

Etsy, der internationale Markplatz für handgefertigte Produkte veröffentlichte kürzlich seine aktuellen Zahlen. In den vergangenen drei Monaten wurden hier 350 Millionen US-Dollar mit dem Verkauf von Masken umgesetzt, was 14 Prozent des Gesamtgeschäfts entspricht.

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