Biedermeier trifft auf 3D-Druck: Neue MAK-Aus...
Biedermeier trifft auf 3D-Druck

Neue MAK-Ausstellung im Geymüllerschlössl

MAK/Georg Mayer

Mit der am vergangenen Samstag eröffneten Ausstellung in der Außenstelle im Geymüllerschlössl möchte das Museum für angewandte Kunst einen Diskursraum für Mode schaffen. Zum Auftakt zeigt man Werke der Architektin und Modedesignerin Julia Koerner. Zwei weitere Ausstellungen werden noch in diesem Jahr folgen.

Premiere im Geymüllerschlössl: Mit einer neuen Reihe unter dem Titel »(Con)temporary Fashion Showcase« will MAK-Direktorin Lilli Hollein einen »Diskursort für aktuelles Modedesign« etablieren, der heuer mit drei Ausstellungen aufwartet. Man wolle ein Forum zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Modethemen schaffen, das sowohl Modeexperten als auch Publikum gleichermaßen ansprechen soll. »Es ist klar, dass die Modeszene in Österreich mehr Aufmerksamkeit braucht und den Diskurs auch sucht«, ist die seit Herbst amtierende Direktorin des Museums für angewandte Kunst überzeugt. Als MAK wolle man nun seine Außenstelle als Ort für diesen Diskurs zur Verfügung stellen.

Bis 4. Dezember zeigt man nun drei temporäre Einzelausstellungen, wobei die 3D-Designerin Koerner (bis 5. Juni) den Anfang macht. Begleitend stehen Performances, Talks, Workshops und Buchpräsentationen sowie Pop-up-Märkte auf dem Programm - geöffnet hat die Ausstellung immer samstags und sonntags.

3D Druck und Biedermeier

Die Exponate der aktuellen Ausstellung seien in den vergangen vier Wochen entstanden, so Julia Koerner, die bei der Pressekonferenz am Vortag der Eröffnung persönlich in Wien vor Ort war. Die gebürtige Salzburgerin pendelt zwischen Österreich und Los Angeles. Für die temporäre Ausstellung produzierte sie im 3D-Druck-Verfahren auf die farbliche Gestaltung des Kuppelsaals im Geymüllerschlössl abgestimmte Handtaschen auf eigens gefertigten Podesten ihres Labels JK3D sowie drei extravagante Kleidungsstücke. Die Absolventin der Universität für angewandte Kunst Wien wurde vor allem mit ihren Arbeiten für die Marvel-Comic-Verfilmung »Black Panther« bekannt, der mit einem Oskar für die besten Kostüme ausgezeichnet wurde.

Bei einem Talk am Eröffnungstag gab Koerner im Gespräch mit Kuratorin Lara Steinhäußer Einblicke in Design- und Produktionsprozesse, die im Zuge der Schau auch live mitverfolgt werden können. Am Sonntag folgte ein international besetzter Talk zum Thema »Does the Museum need Fashion or does Fashion need the Museum?«, bei dem unter anderem Kaat Debo vom Fashion Museum Antwerpen und Camille Boyer von der Austrian Fashion Association sprachen.

Als zweite Position folgt ab 11. Juni eine Ausstellung von Susanne Bisovsky. Die dritte Ausstellung zeigt eine Videoinstallation von Jojo Gronostay (ab 3. September).

stats