Berlin: It’s Showtime

Auch in diesem Jahr nutzten zahlreiche Modemacher die Berliner Fashion Week als Plattform, um ihre Kollektionen Journalisten, Influencern und Kunden zu präsentieren.

Galerie: Berlin Fashion Week Jan 2019

»Fashion Show: 5 pm. Doors open: 4 pm.« So, oder so ähnlich, las man es in den vergangenen Wochen erneut auf zahlreichen Einladungen zu Laufstegshows im Rahmen der Berliner Modewoche. Saison für Saison ist es erstaunlich, wie viel Zeit zwischen dem Ankommen an der Location über das Abholen der Seating Card bis hin zum Einlass zur Show verstreicht. Umso schöner, wenn das Warten, wie bei Sportalm, mit frischem Kaiserschmarrn versüßt wird. Sind die Türen aber erst einmal geschlossen und haben die Zuschauer ihre Plätze eingenommen, bieten die Modemacher doch einiges. Ein Überblick:

Sportalm

#akissfromkitz. Bereits zum siebten Mal in Folge präsentierte sich das Kitzbüheler Unternehmen auf der MBFW in Berlin. Nachdem zur vergangenen Saison Schuhplattler an die Herkunft der Marke erinnerten, setzte man in diesem Jahr auf eine Lichtshow des Künstlers Christoph Rummel. Insgesamt 87 Looks, zusammengestellt von Fashion Stylist und Grazia Fashion Direktor Nino Cerone, zeigten eine Fusion aus Tailoring, Komfort und Trendaffinität. Athleisure-Einflüsse waren omnipräsent. Logodrucke trafen auf Schnüreffekte in Türkis und Lila. Witzige Prints wie »#akissfromkitz« oder »check me« auf Karo sowie ein West Highland White Terrier-Druck garantierten Fun-Faktor. Für ein rundes Gesamtbild sorgten abgestimmte Accessoires wie Halstücher, Schals und Mützen.

Lena Hoschek

Men at Work. Für ihre aktuelle Kollektion spielte die Designerin gekonnt mit maskulinen Elementen und hauchte ihren Menswear-inspirierten Designs Feminität und Sex-Appeal ein. Clark Gables »Three-Piece-Suit« wurde zu einem scharf geschnittenen Kostüm, Wes Anderson’s Krawatte inspirierte zu einem prachtvoll drapierten Corsagenkleid. Farblich ergänzten intensives Senfgelb und warme Brauntöne klassisches Anzug-Blau und Grau. Zugegeben: Viele Designs zeigten klar die für Hoschek typische Handschrift und wirkten gewissermaßen vertraut. Dennoch, der Mix mit Maskulinem erzeugte Spannung.

Marina Hoermanseder

Hello 90ies. Durchaus mit einem Augenzwinkern ist die Kollektion als Hommage an die Stil-Ikone Peggy Bundy aus der TV-Serie »Eine schrecklich nette Familie« zu verstehen. Knallige Farben trafen auf weibliche Silhouetten, breite Schultern und weiche Qualitäten. Hier fanden sich Elemente der 90er, da russisch anmutende Designanleihen oder Westerndetails. Selbstverständlich nicht fehlen durften Inspirationen aus der professionellen Orthopädie. So wurde das für Hoermanseder typische entfremdete Stützkorsett vielseitig gezeigt. Highlight? Ein bodenlanges Meerjungfrauenkleid in frischem Gelb.

Marc Cain

Meet you at the train station. Die Kulisse des Catwalks bildete ein stilisierter Zug, aus dem die Models ausstiegen und den Laufsteg betraten. Zusätzlich trugen weitere Cut-Out-Motive in Form von Bahnhofsuhren, Laternen und Kofferstapeln zur stimmigen Atmosphäre bei. Tailored Suits fungierten als Schlüsselthema. Animalprints wie Zebra oder Leo gingen mit Karo spannende Verbindungen ein. Farblich setzten Neons kräftige Akzente. Winter-Pastelle oder Beige-Nuancen brachten Ruhe. Auffällig viele monochrome Looks dominierten das Bild, sowohl in Neutraltönen als auch in kräftigen Farben. Eröffnet wurde die Show von Supermodel Lorena Rae. Anschließend lud die Brand zum VIP-Cocktail.
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