Berlin Fashion Week: Klare Schnitte, Konfekti...
Malaikaraiss
Designerin Malaika Raiss mit Models bei ihrer Präsentation „Euphoria“.
Designerin Malaika Raiss mit Models bei ihrer Präsentation „Euphoria“.

Auch die Kreativen in Berlin verschrieben sich jenen Tendenzen, die das allgemeine Bild für Herbst/Winter 2023/24 prägen: Was kommt ist ein Mehr an Konfektion, Handwerkskunst und starken Farben.

Von 16. bis 19. Jänner feierte man in Berlin erneut die Mode – mit neuen Konzepten und an neuer Location. Der Startschuss fiel mit der Eröffnung der Gruppenausstellung „Der Berliner Salon“, der als Bühne für insgesamt 44 deutsche sowie internationale Kreative und Manufakturen diente. Als Location entschied man sich für das Stilwerk KantGaragen – das neben Showrooms, Pop-up-Stores und Ausstellungsflächen auch ein Hotel beheimatet. Mit dabei waren Namen wie Société Angelique, Dennis Chuene, Jean Gritsfeldt, das Berliner Duo Working Title, das Taschen-Label Stiebich & Rieth sowie die im Interior-Design beheimateten Marken New Tendency und Vaust Studio.

Neu war in diesem Jänner auch die Organisation der Schauen: Mit Berlin Contemporary fanden sich diese nun auf einem offiziellen Kalender. Der Startschuss für fiel mit der Show der dänischen Designerin Sia Arnika am Montagabend. Gezeigt wurde im historischen Knorr-Gewerbepark. Das Label steht für außergewöhnliche Materialien, Cut-Outs und nackte Haut.

Zum feierlichen Eröffnungsempfang mit geladenen Gästen luden ebenfalls am Montagabend die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey, Berliner Senator für Wirtschaft, Energie und Betriebe Stephan Schwarz und Christiane Arp, Vorstandsvorsitzende des Fashion Council Germany.

Tag 2

Tag zwei des Schauenreigen läutete die VORN Fashion Show in den KantGaragen ein, die sich als Gruppenpräsentation nachhaltiger Mode verschrieben hatte. Malaikaraiss präsentierte in der Design-Galerie Nella Beljean elegant-minimalistische monochrome Abendgarderobe – an Models die sich frei durch den Raum bewegten und an einem aufwendig inszenierten Kuchenbuffet bedienten. Dazu gab es Espresso Martini mit Malaikaraiss-Branding.

Mit W.E4. schlossen sich Rebekka Ruetz, Marcel Ostertag, Kilian Kerner und Danny Reinke in den Bolle Festsälen für ihre Laufstegpräsentationen zusammen.

Die Premium öffnete zum 20. Jubiläum gemeinsam mit der Seek, der Content Plattform Fashiontech und dem Conscious Club erneut am Messegelände rund um den Berliner Funkturm ihre Tore. Ergänzt wurde das Angebot durch das „Melagence Order Festival“, ein Showroom Konzept, dass die Agentur Melagence anlässlich des eigenen zehnjährigen Bestehens lancierte, sowie Studio2Retail, einer vom Fashion Council Germany e.V. gemeinsam mit der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe geförderten Initiative, die Berliner Designer und Einzelhändler vor den Vorhang holen möchte.

202030 - The Berlin Fashion Summit diskutierte mit Sprechern von Institutionen wie Condé Nast, Asket und Sustainabelle Fragen der Nachhaltigkeit in der Mode, während sich Platte.Berlin dem Thema Diversität widmete.

Highlight des zweiten Abends war die Präsentation von Odeeh. Inspirieren ließ sich das Designerduo diese Saison von Wintersport-Werbungen aus den dreißiger sowie der Jetset-Kultur der sechziger und siebziger Jahre. Mit einem Hauch Nostalgie zeigten die „Meister der Muster“ maximalistische Tapetenprints gleichsam wie minimalistische Computergrafiken. Postkartenmotive wurden mit ethnisch inspirierten Formen gemixt. Decken wurden zu üppigen Mänteln umfunktioniert. Dazu kamen geradlinige Anzughosen und Strick. Im Sinne der Nachhaltigkeit bestanden sämtliche Looks aus recycelten oder upgecycelten Materialien.

Tag 3

Tag 3 startete in den KantGaragen mit der ukrainischen Designerin Dzhus mit avantgardistischen Entwürfen, die an die Umbrüche ihrer Heimat erinnerten und als Konzeptkleidung vielfältig tragbar sind — was auch auf dem Runway demonstriert wurde. Bei einem gesetzten Lunch präsentierte das Hamburger Label Fassbender seine Kollektion – einer der Höhepunkte der Modewoche. Unter dem Titel „Identity“ zeigten die insgesamt 30 Looks klassische Karomuster, englische Tweeds und geradliniges Tailoring. Dekonstruierte Blazer trafen auf minimalistische Herrenoberhemden. Die Künstlerin Fulya Celik bemalte vor Ort ein Kleid, das letztlich als finales Outfit das Defilee komplettierte.

Um 19.00 Uhr tauchte Marc Cain den ehemaligen Flughafen in Orange. Die Looks waren farbstark, unverzichtbar: Leder, Glitzer und Handschuhe als Accessoires.

Anschließend luden Scott Lipinski, CEO des Fashion Council Germany, Kerstin Weng, Head of Editorial Content der deutschen Vogue, und Michael Biel, Staatssekretär für Wirtschaft, Energie und Betriebe, zu einem gemeinsamen Abendessen im neu eröffneten Restaurant Papillon. Im Hotel Telegraphenamt wurde das 20. Jubiläum der Premium gefeiert.

Einen Einblick in die Kollektionen finden sie hier:

 

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