Armani: Armani: Mailand statt Paris
Julian Broad / Armani

Au revoir, Paris! Giorgio Armani verschiebt seine Couture-Schau. Neuer Schauplatz ist Mailand. Der Modemacher geht davon aus, dass die Coronakrise das Denken vieler Menschen ändern wird.

Nicht nur in der Mode, sondern auch in anderen Bereichen erwarte er eine Umkehr, sagte der 85-jährige Italiener der Zeitung »La Stampa«. Weniger Tempo, mehr Qualität und Tiefe, das sei die Richtung. »Und ich denke nicht nur an die Werte, die mit dem Familienleben verbunden sind, sondern auch an Höheres wie Mut, Solidarität und Opferbereitschaft.« Italien habe sich hier während der Pandemie von seiner besten Seite gezeigt.

Präsentation am Firmensitz

Armani hatte diese Woche angekündigt, dass er mit seiner Couture-Schau Paris den Rücken kehren will. Das Unternehmen will sowohl die kommende Menswear-, als auch die Womenswear-Kollektion im September in Mailand zeigen. In welcher Form stehe aktuell jedoch noch nicht fest, so eine Mitteilung des italienischen Luxuskonzerns.

Zudem wird die Privé-Show des Luxusmode-Unternehmens ebenfalls nicht wie üblich in Paris gezeigt, sondern auf Januar 2021 verschoben und im Mailänder Palazzo Orsini, dem Firmensitz, präsentiert. Die lombardische Hauptstadt gehört mit zu den Gebieten, die von der Viruswelle besonders hart getroffen sind. Die Kollektion werde saisonunabhängig sein und sowohl Kleidungsstücke für den Winter als auch leichtere Styles für den Sommer enthalten.

»Versuchen, bessere Zukunft aufzubauen«

Dass die Modeindustrie in den letzten Jahrzehnten immer schneller neue Trends und billigere Ware auf den Markt brachte, hatte der Stardesigner schon früher kritisiert. »Die ausufernde, und ich würde sagen falsche Notwendigkeit der letzten Jahre, mehr und mehr zu zeigen und zu produzieren, hat Verwirrung und Verschwendung hervorgerufen«, sagte er. Jetzt sei die Zeit da, um Dinge zu verlangsamen, um weniger zu machen, aber besser. »Während wir darauf warten, zur Normalität zurückzukehren, können wir über die Fehler nachdenken, und versuchen, eine bessere Zukunft aufzubauen.«

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