Fashion

Ecoalf verwandelt Müll in Mode

Die nachhaltige Upcycling-Marke Ecoalf widmet sich derzeit einem völlig neuen Projekt, das nicht nur das Meer sauberer macht, sondern gleichzeitig angesagte Mode zum Output hat.

Das Label Ecoalf gibt es seit 2009, seither ist es vor allem für sein nachhaltiges Konzept und seine ungewöhnlichen Rohmaterialien wie Fischernetze, Autoreifen oder Kaffeesatz bekannt. Nun arbeitet Gründer Javier Goyeneche an einer ganz neuen Idee. Das Ziel: Müll aus dem Meer zu hochwertigen Stoffen zu verarbeiten und das ist gar nicht so leicht, wie Goyeneche im Interview erklärt:

»Es benötigt enorm viel Aufwand, den Müll aus den Fischernetzen von den Fischen zu trennen. Zudem gibt es bei Meeresmüll keine konsistente Qualität«, so der Präsident und Gründer von Ecoalf.

Teilweise treibt der Plastikmüll seit Jahren im Meer, was bedeutet, dass das Rohmaterial unterschiedlich gut für die Weiterverarbeitung zu den Upcycling-Stoffen geeignet ist. 250 Boote pro Tag sind es, die das Rohmaterial für Ecoalf an Land bringen. So kommen insgesamt 1,3 Tonnen an Meeresabfall zusammen.

Forschung ist das A und O

Wie Javier Goyeneche wiederholt betont, steht bei Ecoalf die Forschung an erster Stelle. Pro Saison werden etwa 20 bis 25 Stoffe von der Marke entwickelt und der Aufwand, der dahinter steckt ist nicht gerade minimal. Es wird ständig an neuen Ideen und Konzepten für die nachhaltige Mode gearbeitet. Das eigentliche Design der Kollektionen macht gerade einmal 10 % der Arbeit aus, so der Gründer von Ecoalf.

Nachhaltigkeit zum fairen Preis

»Ich wollte ein wirklich nachhaltiges Label gründen«, betont Goyeneche. Auf der Suche nach nachhaltigen Materialien wurde der Spanier kaum fündig und angesichts der Geburt seines Sohnes, keimte in ihm der immer stärker werdende Wunsch nach einer Modemarke, die fair mit den natürlichen Rohstoffen des Planeten umgeht. Zudem sollte die nachhaltige Mode von Ecoalf leistbar sein (T-Shirts der Marke gibt es ab 39,00 Euro, Daunenjacken liegen bei 195,00 Euro), denn heutzutage seien die gängigen Öko-Labels meist im hohen Preissegment angesiedelt und damit für die breite Masse nicht erschwinglich.

Trotz der stetig wachsenden Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, haben es kleine Labels mit großen Ideen wie Ecoalf und Co. nicht leicht, wie Goyeneche deutlich macht. Denn die Geschichte und das Konzept hinter der Marke sind nicht allen Leuten bekannt. Stattdessen muss Ecoalf als Produkt überzeugen, weshalb die Qualität und die Materialien als Basis dafür enorm wichtig sind und das stetige Investment von Sponsoren in die Forschung umso essenzieller.

Von: Christiane Marie Jördens