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Das waren die Salzburger Gespräche 2016

Die Salzburger Gespräche 2016 luden am 11. Oktober erneut in die Panzerhalle, wo sich diesmal alles um die »schockierenden« Veränderungen in der Modewelt drehte.

»Nix is fix« zitierte die Chefredakteurin der Österreichischen Textil Zeitung, Brigitte Pfeifer-Medlin, bei ihrer Begrüßung im Rahmen der Salzburger Gespräche den Austropop-Sänger Reinhard Fendrich: Denn große, ehemals erfolgreiche Unternehmen verlieren an Umsatz und Ertrag, personell kann man derzeit bei den großen Namen der Branche getrost vom Sesselrücken sprechen und die Kunden entgleiten den Händlern und Modemarken scharenweise. Aber wie mit diesen Unsicherheiten umgehen? Wie berührt man seine Kunden noch und wie erreicht man sie überhaupt? Zu diesen Fragestellungen lieferten die Gastredner der Salzburger Gespräche 2016 interessante Denkanstöße und viel Inspiration.  

Theresia Kohlmayr - »Mut zum Gassenlokal«  

Theresia Kohlmayr wagt es, zu »schockieren« - mit einem außergewöhnlichen Hotelkonzept, den »Grätzlhotels«: Die Hotelzimmer befinden sich nicht etwa alle in einem Gebäude, sondern sind in Form von umgebauten und renovierten, vormals leerstehenden Ladenlokalen in der ganzen Stadt Wien verstreut. Die studierte Architektin und ihre Partner wollten mit ihrem Konzept auf ihre ganz eigene Art dem Leerstand von zentral gelegenen Läden entgegenwirken und machten aus der »schockierenden« Idee ein erfolgreiches Konzept, so erfolgreich, dass man 2016 mit dem Preis »Hotelier des Jahres« ausgezeichnet wurde. Ihr Motto und für sie Inspiration zugleich: »Stay different!«  

Bernd Hufnagl - »Mut zur Veränderung«  

Der renommierte Neurowissenschaftler und Hirnforscher Bernd Hufnagl macht in seiner Rede aufmerksam – aufmerksam auf das zunehmend häufige Phänomen der Aufmerksamkeitsstörung: Durch die Verschmelzung von Offline- und Online-Welt fällt es den Menschen und damit auch Kunden schwer, sich zu fokussieren, mit dem Resultat, dass auch Veränderungen schockierender wirken als sie tatsächlich sind. Negative Grundhaltungen lassen die Menschen Veränderungen schlechter aufnehmen, weshalb Hufnagls simple, aber wirkungsvolle Tipps für Beruf und Alltag lauten: Informationen selektiv aufnehmen, aus der allzu beliebten »Opferrolle« raustreten und Tatsachen positiv relativieren anstatt zu nörgeln. So kann man ganz einfach rote Ordner (negative Erinnerungen) in grüne Ordner (positive Erinnerungen) umfärben.  

Carl Tillessen - »Mut zur Innovation«  

Der Trendscout und erfahrene Modeexperte Carl Tillessen bringt es in seinem Vortrag bei den Salzburger Gesprächen 2016 auf den Punkt: Allgegenwärtig in der Mode ist der Wunsch nach Jugendlichkeit. Jahrelang propagierte man mit Tabubrüchen a la Lady Gaga und Miley Cyrus oder zerrissenen Jeans und Rocker-Outfits in der Modewelt die Rebellion und Jugend. Doch jetzt heißt es bei den Teens und Twens Rückkehr zum Althergebrachten, zum Konservativen, zum Traditionellen. Die Streetstyles bei den aktuellen Modewochen und angesagte Serien wie »Mad Men« und »Suits« beweisen es: Erwachsen sein ist das neue »Jung«! Innovation muss nicht immer rebellisch sein, sondern auch freundlich und konstruktiv auftreten, so der Experte.

Von: Christiane Marie Jördens

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