Das waren die Salzburger Gespräche 2015

Das waren die Salzburger Gespräche 2015

Für die Salzburger Gespräche 2015 stand nicht nur ein Location-Wechsel an, denn auch das Motto der Veranstaltung war ganz dem »Change« verschrieben.

Galerie: Salzburger Gespräche 2015 - Vorträge

Ausgangspunkt der Salzburger Gespräche 2015 war am 13. Oktober die Panzerhalle in Maxglan in Salzburg, die bereits 1939 erbaut wurde. Das Mischobjekt aus Handel und Gastronomie überzeugte mit rauer, moderner Architektur, indirektem Licht und stylischem Ambiente.

Veränderter Mensch

Passend zum Location-Wechsel, behandelten auch die Vorträge der Salzburger Gespräche das Motto Change: So sprach Dr. Daniel Ternberger, Vorstandsvorsitzender der Katag AG, von der Veränderung des Menschen selbst, der durch die vielen technologischen Innovationen und die Möglichkeiten der mobilen Welt schon an viele Annehmlichkeiten gewöhnt sei und daraus resultierend auch sein soziales Verhalten verändert hat. Die Veränderung ist laut dem Katag-Vorsitzenden aber noch längst nicht zu Ende. Man müsse vor allem auf das Konzept »Trial and Error« setzen, um heute in der Modebranche voranzukommen und mit der Veränderung mithalten zu können. Ternberger sieht die Chance für den Handel in der eigenen Strategie: Statt mit der breiten Masse mitzulaufen und Strategien zu kopieren, geht es um eigene, individuelle Ideen und eine emotionale Ansprache des Kunden. Sein Schlusswort: »Laden kommt von Einladen! Qualität kommt von Quälen! Erfolg kommt nicht von Folgen!«

Veränderte Welt

Mag. Werner Wutscher, CEO von New Venture Scouting, hingegen, stellte die veränderte Welt in den Fokus seines Vortrags im Zuge der Salzburger Gespräche. Laut ihm waren vor allem die Einführung des Buchdrucks und die Globalisierung ausschlaggebend für die heutige, fundamental veränderte Welt. Viele Geschäftsmodelle zerbrechen durch die Geschwindigkeit der Veränderungen. Für erfolgreiche Geschäftsmodelle bedeutet dies laut Wutscher: »Break the rules!« Es gehe darum, Vertrauen aufzubauen, jedoch nicht mithilfe von Gütesiegeln, sondern durch Collaborationen mit kreativen Denkern und jungen Firmen. Wie Wutscher sagt, verhindern vor allem Alltagstrott und Arbeit, dass man kreative Konzepte entwickeln kann, die schlussendlich zum Erfolg führen können. Schafft man es, sich Zeit zu nehmen und Raum für neue Ideen zu geben, lassen sich auch erfolgreiche Business-Modelle entwickeln.

Verändertes System

Prof. DDr. Franz Josef Radermacher, Ökonom, Mathematiker und Globalisierungsexperte an der Universität Ulm, sorgte mit seinem Referat für nachdenkliche Gesichter im Saal. Die vom Vorredner besprochene digitale Transformation ist für ihn nur eine Fußnote der Geschichte. Die wirkliche Transformation müsse jene sein, die Welt in den Zustand der Nachhaltigkeit zu bringen, so Radermachers wichtigste These. In den letzten vierzig Jahren habe sich die Weltbevölkerung auf 7,5 Mrd. Menschen verdoppelt, in den kommenden vierzig Jahren kämen noch einmal 2,5 Mrd. Menschen hinzu. Menschen, die alles daran setzen würden, an den vermeintlichen Segnungen der westlichen Welt teilzuhaben. Der Wanderungsdruck in Richtung Europa werde deshalb weiter zunehmen, befeuert auch vom Klimawandel, der weite Teile Afrikas zu unbewohnbaren Zonen mache. Um den drohenden Kollaps zu vermeiden, braucht es laut Radermacher radikale Lösungen: drastische Drosselung des Ausstoßes von Klimagasen und echte Entwicklung der ärmeren Länder anstatt bloßer Lippenbekenntnisse. »Aber dafür brauchen wir ein anderes ökonomisches System«, so Radermacher.
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