Zuversicht zu Weihnachten im Modehandel

Zuversicht zu Weihnachten im Modehandel

Michael Mazohl/SES
Fischapark - Weihnachten 2014
Fischapark - Weihnachten 2014

Mit dem winterlichen Wetter ist die Zuversicht im Modehandel zurückgekehrt. Ein kleines Plus oder zumindest ein Pari für das Gesamtjahr scheint für viele greifbar.

Nach dem wärmsten Herbst seit Beginn der Messungen kamen pünktlich zum ersten Adventwochenende die ersten Minusgrade: der Modehandel freut sich. Denn die Lust der Kunden auf winterliche Bekleidung stieg deutlich.

Kurzurlaube machen Shopping-Laune

»Die letzte Woche war recht gut«, sagt Bernhard Adelsberger kurz vor Redaktionsschluss der aktuellen ÖTZ-Ausgabe (10. Dezember) stellvertretend für viele Modehändler. »Aber wir haben viel zu kompensieren. Den Oktober haben wir noch knapp pari abgeschlossen, aber der November war ein kompletter Durchhänger mit einem hohen einstelligen Minus«, berichtet der Modehändler aus St. Johann/Pongau. Auch Jutta Pemsel sah sich nach den ersten zwei Adventwochenenden (inkl. 8. Dezember) »über dem Vorjahr«. »Das Wetter passt, und damit auch der Umsatz. Solange die Kunden keine Jacken brauchen, kaufen sie auch keine. Da warten sie lieber auf den Schlussverkauf. Aber mit dem Kälteeinbruch ist auch das Geschäft mit Jacken und Mänteln angesprungen«. Klaus Haas kann mit seinem neuen »Carnaby«-Store in Wiener Neustadt auf keine Zahlen aus dem Vorjahr zurückgreifen. Die Planzahlen wurden jedoch erreicht, zeigt sich der Kaufmann mit dem langen Wochenende (6. Bis 8. Dezember) zufrieden. »Der Samstag war stärker, aber der Feiertag war auch sehr okay«, so Haas. »Der 8. Dezember war sehr gut und gleich stark wie der Samstag«, berichtet hingegen Bernhard Adelsberger.

Tatsächlich haben viele Kunden das verlängerte Wochenende für Kurzurlaube genutzt, wovon vor allem Tourismusorte und Städte mit schönen Weihnachtsmärkten profitiert haben. Die Innsbrucker Hotellerie etwa war komplett ausgebucht. Zusätzlich wurden alleine am zweiten Adventsamstag 150 Reisebusse aus Italien gezählt. Sebastian Schneemann, Center-Manager im Kaufhaus Tyrol, berichtet von etwa 5 % mehr Frequenz als im Vorjahr. Auch Modehändler Paul Fink mit zwei Premium-Stores in der Innsbrucker Innenstadt zeigt sich zufrieden: »Sowohl Samstag als auch Montag waren sehr positiv, sowohl bei den Damen als auch bei den Herren.« Einen verstärkten Einkaufstourismus bemerkte man auch in Graz. Oliver Heun-Lechner, Hausleiter bei Kastner & Öhler, konnte viele Gäste sowohl aus anderen Bundesländern als auch aus südosteuropäischen Ländern wie Kroatien begrüßen.  

Mit Service und Inszenierungen gegen Online-Handel punkten

Jutta Pemsel hielt zu Maria Empfängnis nur ihre beiden »Kaufstrasse«-Flagship-Stores in Mistelbach und Krems von 10 bis 18 Uhr geöffnet, während die kleineren Filialen in Städten wie Laa/Thaya oder Zwettl geschlossen blieben. »In Mistelbach haben wir schon tolle weihnachtliche Stimmung mit einem kleinen Kinder-Eislaufplatz auf dem Hauptplatz, da ist jeden Tag der Bär los«, berichtet die Branchensprecherin. Auch die Einkaufszentren bemühen sich um weihnachtlich-winterliche Stimmung. Der Salzburger Europark etwa lockt seit Jahren ebenfalls mit einem Eislaufplatz.

Für Marcus Wild, Chef des Europark-Betreibers SES, bietet gerade der 8. Dezember eine »Chance für den stationären Einzelhandel, die großartige, genussvolle Welt des realen Einkaufs erlebbar zu machen«. Viele Kunden seien am Feiertag deutlich entspannter und auf der Suche nach Erlebnis-Shopping, wovon nicht zuletzt die Gastronomie in den Einkaufszentren profitiere. Auch Händler wie Bernhard Adelsberger sehen das Weihnachtsgeschäft besonders dazu geeignet, mit Serviceangeboten und In-Store-Inszenierungen gegenüber dem Online-Handel zu punkten. Wobei: »Punsch, Weihnachtskekse, jeden Samstag professionelle Kinderbetreuung und Verpackungs-Service gab es bei uns schon lange vor dem Internet-Boom«, so Adelsberger. »Womit wir gegenüber dem Internet aber am meisten punkten können, sind unsere Modeberaterinnen«, ist sich der Unternehmer sicher. «Die Leute wollen reden und unterhalten werden.«
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