Zalando setzt auf stationäre Partner

Zalando setzt auf stationäre Partner

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Zalando kooperiert mit dem stationären Partner Tip Tap Kinderschuhe
Zalando kooperiert mit dem stationären Partner Tip Tap Kinderschuhe

Die Online-Plattform Zalando setzt auf Connected Retail: Stationäre Partnerfirmen übernehmen die Bestellungen von Zalando-Kunden selbst und verschicken direkt aus dem eigenen Store.

Der Online-Modehändler Zalando setzt für eine schnellere Lieferung seiner Ware auf eine engere Zusammenarbeit mit dem stationären Handel. »Bis Jahresende können Zalando-Kunden aus 600 stationären Geschäften beliefert werden«, teilt das Berliner Unternehmen mit. »Connected Retail ist längst ein zentraler Baustein der Zalando-Plattform«, sagt Carsten Keller, der bei Zalando für das Direct-to-Consumer-Geschäft zuständig ist. Die bisherigen Erfahrungen seit dem Start des Programms im Jahr 2016 hätten bestätigt, dass die Kombination von Online- und Offline-Kanälen »sehr positive Effekte für alle« bringen würde, also für den Endkunden, den physischen Store und für Zalando. »Wir werden das Modell deshalb über die kommenden Monate mit einer Vielzahl weiterer Partner ausrollen«, so Keller.

Connected Retail: So geht's...

Durch das »Connected Retail«-Modell können stationäre Partner – großteils sind das direkt von Markenherstellern wie Tommy Hilfiger oder Seidensticker betriebene Filialen in Ballungsräumen – die Bestellungen von Zalando-Kunden selbst übernehmen und die gewünschte Ware direkt aus ihren Geschäften verschicken, wenn sie sie vorrätig haben. Zalando erhält dafür eine Vermittlungsgebühr. Auch Drykorn ist einer der Partner. Alexander Wiehl ist bei der Marke für das Controlling zuständig und sagt: »Unsere Erwartungen wurden bereits in den ersten Tagen der Zusammenarbeit übertroffen. Die Software für das Tagesgeschäft ist sehr leicht zu bedienen und ermöglicht allen Mitarbeitern eine zeitnahe Bearbeitung aller Bestellungen.«

Kürzere Lieferzeiten

In Zukunft will Zalando das Modell verstärkt dazu nutzen, Lieferungen zu beschleunigen, »da die Offline Stores unserer Partner häufig näher am Kunden sind, als ein Zentrallager das sein könnte«, wie Keller weiter erläutert. »Unser Ziel ist es, in Zukunft die Lieferung am selben oder am nächsten Tag flächendeckend in Deutschland anzubieten.« Ab der zweiten Jahreshälfte 2019 solle es zudem möglich sein, dass Zalando-Kunden beim Modeladen um die Ecke ihre online bestellten Produkte abholen und bei Nichtgefallen auch dort zurückgeben.

Customer Journey im Vordergrund

Dass die Verknüpfung von On- und Offline-Handel in Zukunft noch zunehmen dürfte, ist für Zalando vorgezeichnet: »Kunden von heute möchten ein nahtloses Einkaufserlebnis. Für sie ist es am wichtigsten, das gewünschte Produkt zu finden, egal ob online oder offline. Die Customer Journey ist längst über verschiedene Kanäle und Touchpoints verteilt: Information und Inspiration kann mobil sein (in sozialen Medien, Markenshops oder Plattformen), die Beratung und Kaufentscheidung geschieht vielleicht im Store, der Kauf dann wieder in einem Online-Kanal«, heißt es von Unternehmensseite dazu. »Diese neue Welt bietet viele Chancen für den Kunden und damit auch für die Anbieter – online wie offline.« Deshalb dürften Marken wie Händler immer weniger in Vertriebskanälen denken, sondern sich viel stärker an den Gewohnheiten, Bedürfnissen und Lebensstilen der Kunden orientieren. In China hätten Plattformen wie Alibaba und JD.com die Grenzen zwischen Online und Offline bereits weitgehend aufgelöst. »Beide Modelle haben jeweils starke strukturelle Vorteile«, sagt Keller. »Wir glauben, dass im Rahmen der entstehenden Plattformen die Vorteile beider Modelle verschmelzen.«

Connected Retail vorerst nur in Deutschland

Vorerst läuft das »Connected Retail«-Programm nur in Deutschland, für nächstes Jahr ist die Internationalisierung geplant. Ob da auch schon Österreich auf dem Programm steht, will Zalando nicht verraten. Fix sei jedoch der Markteinstieg in den Niederlanden im ersten Quartal 2019. »Unter anderem«, fügt Keller hinzu.
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