Wood Fashion: Holz, das kleidet
Wood Fashion

Holz, das kleidet

wood fashion/Alexander Kaiser

Ein Quereinsteiger hat eine wirklich nachhaltige Marke gegründet. 100 % Made in Austria, aus 100 % Bio-Materialien und dazu noch karitativ. Erhältlich ist sie freilich nur im eigenen Online-Shop.

Die letzten 14 Monate waren für die Modebranche ein Super-GAU. Ausnahmen muss man mit der Lupe suchen, doch es gibt sie – und das besonders häufig im Bereich der nachhaltigen Mode: »Bei uns ist die Nachfrage durch die Decke gegangen. Ich bin dreimal ausverkauft«, zeigt sich Dietmar Hehenberger überwältigt vom Zuspruch, den seine neu gegründete Marke findet. »Derzeit warten die Leute acht Wochen auf ein T-Shirt.«
Was die T-Shirts von Wood Fashion können? Sie sind zu 100 % in Österreich produziert, aus Tencel-Fasern hergestellt, biologisch gefärbt und ausgerüstet – und somit komplett kompostierbar.
„Am 28. Oktober gab es den ersten TV-Bericht im ORF, da ist sofort die Post abgegangen. Seither rennen wir Tag und Nacht.“
Dietmar Hehenberger, Gründer Wood Fashion

Hehenberger ist Vollblutunternehmer und nur durch Zufall in die Textilbranche gerutscht. Ursprünglich Gastronom, Hotelier (»Guglwald«) und Bauunternehmer, organisiert er nebenbei Großveranstaltungen wie die Charity-Oldtimer-Rallye Mühlviertel Classic. »Dafür kaufe ich regelmäßig große Mengen Textilien ein. Einen Tag, bevor ich wieder einen Auftrag vergeben wollte, lief im Fernsehen ein Beitrag über die Zustände in der asiatischen Textilindustrie. Da hab ich mir gedacht: So können wir nicht mehr weitertun. Es ist unfassbar, wie wir mit der Welt umgehen«, erzählt der 58-Jährige der Textilzeitung. Also wollte er auf umweltverträgliche, in Österreich produzierte Textilien umschwenken. Bloß: Die waren nirgendwo zu bekommen. »Da hab ich mir gedacht: Jetzt schau ich, ob ich das selber zusammenbringe.

»Beitrag für die Welt leisten«

Von Lenzing kommen die Fasern, bei Feinjersey in Vorarlberg werden sie verwebt, bei Löffler in Ried/Innkreis die Stoffe zugeschnitten und vernäht. Nach durchaus langwieriger Entwicklungsarbeit ist Wood Fashion im Herbst gestartet. »Am 28. Oktober gab es den ersten TV-Bericht im ORF, da ist sofort die Post abgegangen. Seither rennen wir Tag und Nacht«, erzählt der Gründer. Im März gewann das Unternehmen bei der Puls4-Show »2 Minuten 2 Millionen« Leo Hillinger als Investor – ein weiterer Push. Derzeit umfasst das Sortiment Shirts, Polos, Hemden und Gilets, an einer Ausweitung wird gearbeitet. Zu kaufen gibt es Wood Fashion nur im eigenen Online-Shop – und das wird auch so bleiben. »Mich kostet ein T-Shirt in der Herstellung 25 Euro, ich verkaufe es um 39. Da kann ich einem Händler nicht einmal ein Prozent Spanne geben. Auch wenn ich unendlich viele Anfragen bekomme.«

Außerdem ist sich Hehenberger alles andere als sicher, ob er Wood Fashion tatsächlich richtig »groß werden« lassen will. »Ich sehe, es wäre gewaltig was drin. Aber ich mache das ja nur nebenbei. Ich will damit kein Geld verdienen, sondern einen Beitrag für die Welt leisten, in der meine Enkel leben werden.« Dieser Beitrag besteht übrigens nicht nur in regional produzierter, ökologisch hergestellter Bekleidung: Die Hälfte des Gewinns fließt an karitative Projekte, die andere wird in die Weiterentwicklung des Unternehmens investiert.

stats