Interview: »Wir haben unsere Kollektion verk...
Interview

»Wir haben unsere Kollektion verkleinert«

Wilvorst
Wilvorst After Six
Wilvorst After Six

Peter Behnke, Head of Export bei Wilvorst, zur aktuellen Situation in der Anlassmode und wie sich der Markt in naher Zukunft entwickeln kann.

Mai, Juni, Juli – das sind in der Festtagsmode mit die stärksten Monate im Jahr. Nun fallen Covid-19 bedingt Maturabälle, Hochzeiten und ähnliches ins Wasser. Wie groß sind die Auswirkungen auf die Abverkäufe?

Das hat natürlich einen großen Einfluss auf unsere Abverkäufe. Aber prozentual können wir noch nicht absehen, wie viele Kunden ihre Anzüge schon gekauft haben bzw. wie viele ihre Einkäufe nach hinten verlegen werden. Es gibt bereits Erhebungen, wonach 2021 ein sehr starkes Jahr für Hochzeiten werden wird. Allein im skandinavischen Markt rechnet man mit 35 % mehr Veranstaltungen. Wegen der Engpässe mit den Locations ist auch von vielen Hochzeiten unter der Woche auszugehen. Wir schauen sehr zuversichtlich in die nächste Saison.

Wie geht Wilvorst mit der Krisensituation um?

Wir haben auf Kurzarbeit umgestellt, nicht nur in der Produktion. Mit der neuen Kollektion gehen wir Anfang Juli raus an die Agenturen. Bisher wollten viele Kunden die Ware dann schon ab Oktober, wegen hausinterner Veranstaltungen etc. Wie sich das jetzt entwickeln wird, ist schwer zu sagen. Prognosen sind momentan unmöglich. Die Interbride wurde abgesagt und aufs nächste Jahr gezogen. Wir müssen abwarten. In Essen werden wir auf der European Bridal Week im Juli sein. Wir wollen alle Parameter nutzen, uns aufstellen und uns zeigen. Unsere Kollektion haben wir konzentriert, ohne dabei auf Attraktivität zu verzichten.

Wilvorst hat ein starkes Lagergeschäft. Wie steht es darum?

Die Nachfrage ab Mitte März bis Ende April ist ziemlich eingebrochen. Wir merken aber mit Öffnung der Ladenzeiten, dass die Kunden verstärkt nach unseren Lagerthemen nachfragen und bestellen. Da wir sehr attraktive Lagerprogramme haben, werden wir diese zum Teil mit in das nächste Jahr nehmen und durch neue Saisonthemen ergänzen. Die zeitlichen Abläufe werden entsprechend dem vorliegenden Saisonverlauf angepasst.

Wie schätzen Sie das Orderverhalten in der nächsten Saison ein?

Wir rechnen damit, dass wir weniger verkaufen werden und dass das Einkaufsverhalten zurückhaltender wird. Aber es bleibt abzuwarten, wie sich die Vororder im Vergleich zum Lagergeschäft entwickelt. Möglich, dass der Handel eher kurzfristig Ware kaufen möchte. Das kann man jetzt noch nicht absehen. Da wir sehr kurzfristige Liefertermine haben, können solche Tendenzen im Abverkauf schnell wieder umschlagen. Durch unsere schlagfertige Produktion können wir entsprechend flexibel auf höhere Auftragseingänge reagieren.

stats