Vorkrisenniveau übertroffen: Globaler Luxusma...
Vorkrisenniveau übertroffen

Globaler Luxusmarkt wieder auf Kurs

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Eine Shopping-Mall in Shanghai
Eine Shopping-Mall in Shanghai

Laut der Unternehmensberatung Bain wird der weltweite Markt für Luxusgüter bereits heuer wieder das Umsatzniveau von 2019 übertreffen. Zur raschen Erholung haben vor allem China und die USA sowie der Onlinehandel beigetragen. Immer wichtiger werden jüngere Kunden.

Luxusgüter verkaufen sich heuer bereits wieder so gut wie vor Corona. Der weltweite Markt wird im laufenden Jahr einer Studie zufolge auf 283 Mrd. Euro wachsen - das wäre 1 % mehr als der Vorkrisenwert des Jahres 2019, wie die auf Luxusgüter spezialisierte Unternehmensberatung Bain mitteilte. Gegenüber dem von der Pandemie geprägten Jahr 2020 ergibt sich sogar ein Wachstum um 29 %. Erfasst hat Bain persönliche Luxusgüter, zu denen unter anderem hochwertige Kleidung, Schuhe, Lederwaren, Parfüm und Schmuck zählen.



Mittelfristig wird erwartet, dass die Branche auf ihren gewohnten Wachstumspfad von 6 bis 8 % oder mehr pro Jahr zurückkehrt. 2025 dürften die High-End-Anbieter demnach bis zu 380 Mrd. € umsetzen. »Die Luxusgüterindustrie erfährt gerade eine wahre Renaissance«, sagte Marie-Therese Marek von Bain. »Allerdings ändert sich die öffentliche Wahrnehmung der Top-Marken derzeit deutlich. Ging es bis jetzt vor allem um Status, Logos und Exklusivität, müssen die Hersteller von Nobelwaren heute ihren Fokus verstärkt auch auf Nachhaltigkeit, Diversität und soziale Verantwortung richten.« Dahinter steckten vor allem die Ansprüche der jüngeren Kunden, die für die Luxusindustrie immer wichtiger werden: Auf die Generationen Y und Z werden 2025 bereits rund 70 % der gesamten Nachfrage nach hochwertigen Waren entfallen.

Europa erst 2024 wieder auf Kurs

Entscheidender Treiber der Erholung ist China, wo sich das Marktvolumen gegenüber 2019 auf 60 Mrd. € verdoppelt hat. Auch der größte Markt, die USA, zeigte ein deutliches Wachstum auf 89 Mrd. €, ebenso der Mittlere Osten. In Europa ist laut Studie erst 2024 mit einer Rückkehr auf Vorkrisenniveau zu rechnen Auch in Japan und im restlichen asiatischen Raum hinkt die Erholung noch hinterher.

Zudem verschiebt sich die Branche immer weiter in Richtung Onlinehandel: Nach einem Wachstum um 50 % im vergangenen Jahr gehen die Experten für 2021 von weiteren 29 % Plus aus. Dann läge der Onlineumsatz bei 62 Mrd. €.

An weiteren Veränderungen kommen die etablierten Marken kaum vorbei. »Die Luxushersteller werden in Zukunft nicht mehr nur mit außergewöhnlicher Kreativität und hoher Qualität punkten können«, betont Branchenkennerin Marek. »Vielmehr erwarten die Kundinnen und Kunden, dass sie von ihnen persönlich angesprochen werden und die Produkte zudem ihren Wertvorstellungen in puncto Nachhaltigkeit, Diversität und sozialer Verantwortung entsprechen.« Eine Edelmarke, die diesen Ansprüchen vor allem mit Blick auf Produktionsbedingungen, Lieferkette und Belegschaft Rechnung trägt, erfüllt damit nicht nur die zunehmend strengere Regulatorik wie etwa Umweltrichtlinien – sie bleibt auch für eine neue Mitarbeiter- und Kundengeneration attraktiv. Marken mit einem entsprechenden Profil sind bereits 2021 dreimal schneller gewachsen als der Branchendurchschnitt.

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