Vento in der City

Vento in der City

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Weil sie ihren kleinen Laden nicht länger geschlossen halten wollte, zog Claudia Laub-Reitterer für fünf Tage in die Innenstadt. Und die Kunden kamen.

Seit 26 Jahren betreibt Claudia Laub-Reitterer ihre Boutique Vento in der Galleria in Wien-Landstraße. Jammern hört man die Modeexpertin nie, nicht einmal jetzt wo ihren Laden am 16.März mitten im Sommersaison-Geschäft schließen musste. Am 5. April zeigte sie auf Facebook und mit SMS an ihre Stammkundinnen ihre Kreativität, in dem sie die Aktion „Vento Ostergutschein – Vorfreude schenken“ ins Leben rief. Per SMS konnten die Kunden sich bei ihr melden, den Betrag für den Gutschein fixieren. Sie selbst schlüpfte in schöne Outfits von Luisa Cerano, Zadig & Voltaire, Patricia Pepe, Marella und Pinko, ließ sich von Ehemann Christian Reitterer ablichten und machte mit Postings auf Facebook und Instagram Lust auf die Sommermode.

Am 14. April hätte Claudia Laub-Reitterer ihren Laden auch wieder aufsperren können, wenn die 60qm Verkaufsfläche eine Straßenlage gehabt hätte. Also mietete sie von einer Freundin in der Führichgasse ein leerstehendes Lokal und lud via Facebook und SMS ihre Kundinnen ins Vento City Outlet ein, das sie von 18. bis 25. April nutzen wollte. Um den Sicherheitsabstand in dem kleinen Geschäft zu wahren, stellte sie – das gute Wetter machte es möglich – auf den Gehsteig einen Stehtisch für die Wartezeit. Die Resonanz ihrer Stammkunden war mehr als erfreulich, gleich am ersten Tag hatte sie jede Menge zu tun. „Meine Kunden haben sich gefreut, gustiert und auch gekauft“, zieht Claudia Laub-Reitterer eine sehr positive Bilanz „Es ging auch darum ein Zeichen zu setzen. Wir leben noch, wir haben schöne Teile!“

Am Donnerstag den 23. April musste sie den Pop-Up-Store „leider vorzeitig“ schließen. Die Hausverwaltung hatte sie aufgefordert, den Laden unverzüglich zu räumen. „So stelle ich mir Zusammenhalt in diesen schwierigen Zeiten wirklich nicht vor“, sagt die Unternehmerin, die sich auch davon nicht unterkriegen lässt. „Die Verkaufstage waren gut und jetzt geht es am 2. Mai wieder in der Galleria los“, blickt sie optimistisch in die Zukunft. Mit Stehtischen in der Mall will sie auch in der Galleria den notwendigen Sicherheitsabstand wahren. Die Tage im Pop-Up-Store hätten ihr gezeigt, dass „die Menschen Lust auf Mode haben.“ Schrägt vis-a-vis ihres Pop-Up-Stores auf der Kärntner Straße gibt es auch ein neues Geschäft: Hier verkauft „Atemschutzmaske.at“ alle nur denkbaren Masken und Schutzschildern. Hoffentlich auch nur ein Pop-Up-Store?

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