Umsatz in Einkaufszentren steigt um 4 %

Die kürzlich veröffentlichte Dokumentation Shopping Center Österreich 2017/18 zeigt: Erweiterung ersetzt Neubau und Gastronomie ist kein Allheilmittel.

Im Zuge der Erhebungen beleuchtete die Beratungsgesellschaft Standort+Markt den aktuellen Status der Shopping Malls und Retail Parks in Österreich sowie deren Entwicklung in den vergangen beiden Jahren. Die gesamte Dokumentation umfasst für das Jahr 2017 nunmehr 234 Shopping Center (+ 6 im Vergleich zu 2015/16) mit einer gesamten vermietbaren Fläche von über 4 Mio. m². Die Zahl von 670 Mio. Besuchern im Jahr 2017 ist per se beeindruckend, rechnet man mit einer Annahme von 300 Öffnungstagen so besuchen Österreicher durchschnittlich jeden dritten bis vierten Tag ein Shopping Center. Der Umsatz lag bei 13,1 Mrd. Euro (2015: 12,4 Mrd. Euro). Flächenbereinigt bedeutet dies einen Umsatzzuwachs von knapp vier Prozent.

Umbau statt Neubau

Was Experten schon seit Jahren voraussagen, bestätigte sich nun auch in der Dokumentation: Statt auf Neueröffnungen setzen Einkaufszentrenbetreiber immer mehr auf die Erweiterung und Attraktivierung bestehender, »gelernter« Handelsstandorte. Dieser Trend zeigte sich bereits 2013 als der Anteil an Erweiterungen erstmals höher war als jener der Neueröffnungen. Der steigenden E-Commerce Anteil bringe Verunsicherung, Lust auf neue Flächen seitens der Händler fehle, so Roman Schwarzenecker von Standort + Markt.

Ist Gastronomie »the new retail«?

Auch dieser Frage stellte man sich im Rahmen der Untersuchungen. Prinzipiell gehe man davon aus, dass sich der gastronomische Anteil in den österreichischen Shopping Centern in den kommenden 10 Jahren signifikant erhöhen würde, so Mag. Hannes Lindner, Geschäftsführender Gesellschafter Standort+Markt, bei der Präsentation der Ergebnisse im El Gaucho am Rochusmarkt. Allerdings könne man die angekündigten Dimensionen dieses Trends nicht unterschreiben. Zwar sei das gastronomische Angebot bestimmt ein wichtiger Faktor, wenn es darum ginge, sich zwischen unterschiedlichen Einkaufszentren zu entscheiden - zukünftige Gastronomie-Flächenanteile von bis zu 25 % halte man aber für unrealistisch. Aktuell liegt der Anteil bei rund 5 Prozent. Dieser Wert habe sich in der letzten Dekade nicht maßgeblich nach oben bewegt, so Lindner.
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