Trotz Krieg und Russland-Embargo: Italienisch...
Trotz Krieg und Russland-Embargo

Italienische Modebranche mit starkem ersten Halbjahr

Beppe Raso
Giorgio Armani hat soeben in der Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand einen neuen Store eröffnet.
Giorgio Armani hat soeben in der Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand einen neuen Store eröffnet.

Die italienische Modebranche meldet den höchsten Umsatz seit 20 Jahren - und das trotz Preiserhöhungen, Verbot des Exports nach Russland und angeblich so getrübter Kauflaune.

Die italienische Modebranche hat im ersten Halbjahr den höchsten Umsatz seit 20 Jahren verzeichnet. Dies erklärte der Präsident der italienischen Modekammer, Carlo Capasa, anlässlich der Vorstellung der Mailänder Modewoche. Demnach betrug das Umsatzwachstum in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr 25 Prozent. Das Ergebnis sei angesichts steigender Energiekosten beeindruckend, so Capasa.

Zurückzuführen sei das Umsatzwachstum zum Teil auf Preiserhöhungen bedingt durch die hohen Energie- und Rohstoffkosten. Doch auch abzüglich der erhöhten Preise kletterten die Umsätze um mehr als 18 Prozent nach oben und erreichten damit wieder das Niveau von vor der Finanzkrise 2008, teilte die Modekammer mit.

Für die zweite Jahreshälfte 2022 wird mit einer Verlangsamung des Wachstums gerechnet. Die Erwartungen für das dritte Quartal seien nicht negativ und ein leichtes Wachstum wird nicht ausgeschlossen, fügte die Modekammer hinzu. Die Entwicklung im vierten Quartal sei dagegen äußerst unsicher.

Die Ausfuhren sind in den ersten fünf Monaten deutlich gestiegen (Plus 21,9 Prozent bei der Mode und Plus 30,2 Prozent bei den damit verbundenen Sektoren). Die Märkte in den USA und Südkorea waren am dynamischsten. Eine starke Verlangsamung gab es dagegen bei den Ausfuhren in Richtung China. In Richtung Russland gab es in den ersten fünf Monaten dieses Jahres einen starken Einbruch mit einem Rückgang von 26 Prozent bei Mode, von 68 Prozent bei Schmuck und von 56 Prozent bei Brillen.
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