Tommy Hilfiger verabschiedet sich von Flagshi...

Tommy Hilfiger verabschiedet sich von Flagship-Stores

Tommy Hilfiger
Tommy Hilfiger Store Donauzentrum
Tommy Hilfiger Store Donauzentrum

Künftig genügen 300 m² anstatt der bisherigen 2.000 m² Verkaufsfläche, sagt Daniel Grieder, CEO von Tommy Hilfiger.

Im Geschäftsjahr 2018/19 konnte Tommy Hilfiger den Umsatz um 12 % auf 4,3 Mrd. US-Dollar steigern. Verantwortlich dafür war vor allem die Verjüngung der Marke. »Das Durchschnittsalter unserer Kunden ist in den vergangenen 24 Monaten um sieben Jahre gesunken, ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht«, sagt CEO Daniel Grieder nun im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. »Unser Zielkonsument ist jetzt zwischen 20 und 35 Jahre alt. «

Digitalisierung ändert Rolle der Stores

Auch bei der Digitalisierung spielt Tommy Hilfiger ganz vorne mit, u. a. mit der Einführung von digitaler Kollektionserstellung und digitalen Showrooms sowie der Idee der »See now – buy now«-Modeschauen. Auf die Verlagerung der Kundennachfrage reagiert die Marke ganz nüchtern mit Store-Schließungen. So wurde etwa im März der Flagship-Store auf der New Yorker 5th Avenue geschlossen. »Wir glauben nicht mehr an die Flagship-Geschäfte, die 2.000 m² groß sind. Das ist vorbei und nicht mehr zeitgemäß. Die Kunden kommen in diese Läden und wissen gar nicht, wohin. Wir wollen weiter Geschäfte in besten Lagen, aber deutlich kleinere, 300 m² reichen heute«, erklärt Grieder.

»Wir planen eine Erhöhung des Onlineanteils an den Umsätzen auf 30 bis 40 % in den nächsten Jahren. Man geht heute nicht mehr nur in einen Laden, um einzukaufen, sondern man will inspiriert werden. Es geht nicht mehr um Umsatz pro Quadratmeter, sondern um Neuigkeiten pro Quadratmeter. Durch die Digitalisierung kann man heute auf kleinerem Raum viel mehr zeigen. « Künftig würde die Kollektion großteils auf großen Bildschirmen gezeigt. »Es gibt nur noch Musterteile, denn wir können gar nicht alle Daunenjacken in allen Farben und Größen im Laden aufhängen. «

Weitere Neueröffnungen geplant

Zu einer großen Schließungswelle werde es deshalb aber nicht kommen. »In Asien, besonders in China, werden wir ungebremst Läden eröffnen, auch in Amerika planen wir neue Läden, denn da haben wir derzeit die wenigsten. In Europa werden wir das bestehende Portfolio optimieren«, berichtet Grieder. In Österreich wurde zuletzt der Laden im Wiener Donauzentrum, der zuvor von einem Franchisenehmer geführt wurde, in den eigenen Retail übernommen und nach einem Umbau im April wiedereröffnet.
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