Insolvenz: Tom Tailor: Holding insolvent, Bon...
Insolvenz

Tom Tailor: Holding insolvent, Bonita zahlungsunfähig

Lothar Prokop
Der neue Showroom von Tom Tailor im Salzburger Gusswerk
Der neue Showroom von Tom Tailor im Salzburger Gusswerk

Die Tom Tailor Group versucht einen Befreiungsschlag: Für die Holding wurde ein Insolvenzverfahren, für Bonita ein Schutzschirmverfahren beantragt. Die Kernmarke Tom Tailor soll normal weiterarbeiten.

Jene Modefirmen, die schon vor Corona in Problemen steckten, trifft die durch die Pandemie ausgelöste Krise am härtesten. So musste nun auch die Tom Tailor Holding ein Insolvenzverfahren beantragen. Für die Tochter Bonita wurde wegen drohender Zahlungsunfähigkeit ein Schutzschirmverfahren beantragt. Die Finanzierung der für die Kernmarke operativ zuständige Tom Tailor GmbH konnte hingegen durch Staatshilfen gesichert werden. So hat die Bundesregierung unter Beteiligung der Länder Hamburg und Nordrhein-Westfalen eine Bund-Länder-Bürgschaft für einen Betriebsmittelkredit in Höhe von 100 Mio. € zugesagt. Diese Bürgschaft läuft bis 2024. Zusätzlich haben sich sowohl die Banken als auch Mehrheitsaktionär Fosun dazu bereit erklärt, die bisherigen Kreditlinien bzw. Darlehen ebenfalls bis 2024 zu verlängern.

Bonita zahlungsunfähig

Eine entsprechende Bürgschaft wurde auch für die Tochter Bonita beantragt, jedoch hätten »die Bürgschaftsgeber keine ausreichende Finanzierungs- und Bürgschaftsfähigkeit für die Bonita GmbH gesehen«, wie es in einer Mitteilung heißt. Die Liquidität der Bonita GmbH würde »nicht ausreichen, um die Mittelabflüsse im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie zu decken«. Aufgrund der drohenden Zahlungsfähigkeit werde deshalb ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung für Bonita beantragt. Wegen der gruppeninternen Verpflichtungen sei damit auch »eine Insolvenz bei der Tom Tailor Holding SE unausweichlich«.  Die Tom Tailor GmbH bleibe von den Insolvenz- bzw. Schutzschirmverfahren unberührt und könne dank der nunmehr gesicherten Finanzierung das operative Geschäft unverändert fortführen.

Pläne für Kernmarke

»Für Tom Tailor als Modemarke gilt es nun durchzustarten. Diese Chance werden wir nutzen«, sagt Gernot Lenz, Geschäftsführer der Tom Tailor GmbH und CEO der Tom Tailor Group. Die Markenattraktivität solle durch gezielte Investitionen in Produktqualität weiter gesteigert, der Nachhaltigkeitsaspekt noch stärker in den Fokus gerückt werden. Auch das Wachstum im Online-Geschäft werde zukünftig mit Nachdruck vorangetrieben. Darüber hinaus ist eine weitere internationale Expansion außerhalb der Kernmärkte vorgesehen, insbesondere in Südosteuropa. Gleichzeitig muss natürlich gespart werden, um die Corona-bedingten Umsatzausfälle zumindest teilweise zu kompensieren.

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