Tom Tailor: Gewinneinbruch und Umsatzminus

Tom Tailor: Gewinneinbruch und Umsatzminus

Tom Tailor
Tom Tailor x Naomi Campbell H/W 2018/19
Tom Tailor x Naomi Campbell H/W 2018/19

Der heiße Sommer, das schleppende Geschäft mit der Tochter Bonita und der Rabattdruck machten der Tom Tailor-Gruppe im dritten Quartal zu schaffen.

Laut der Tom Tailor Group ging der Gesamtumsatz des Unternehmens im dritten Quartal um 3,2 % auf 214,3 Mio. Euro (Q3 2017: 221,4 Mio. Euro) zurück. In den ersten neun Monaten 2018 ging der Umsatz (abzüglich der Effekte durch das RESET-Programm) um 1,8 % auf 613,5 Mio. Euro (9M 2017: 624,8 Mio. Euro) zurück, was man der guten Performance der Marke Tom Tailor zuschreibt. Vor allem im Segment Wholesale konnte das Label wachsen: um 7,3 % auf 97,6 Mio. Euro (abzüglich der Umsatzrückgänge durch RESET). Gute Zahlen kommen hier vom russischen Markt, aber auch aus den baltischen und nordischen Ländern. In Österreich konnte man hier ebenfalls zulegen. Das Ergebnis EBIT trübt jedoch die Stimmung: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern brach um fast 90 % auf 1,5 Mio. Euro ein.

»Das dritte Quartal war durch den anhaltend langen und warmen Sommer nicht nur für uns, sondern für die gesamte Textilindustrie eine große Herausfoderung. Trotz dieser widrigen Marktbedingungen sind wir aber mit der Entwicklung der Marke Tom Tailor zufrieden«, so Heiko Schäfer, CEO der Tom Tailor Group.

Sorgenkind Bonita

Mit der Performance der Tochter Bonita ist man bei Tom Tailor nicht zufrieden. Sie hätte einen »überproportionalen Umsatz- und Ergebnisrückgang verzeichnet und sei daher deutlich unter den Erwartungen geblieben«. In konkreten Zahlen heißt das: Die Umsätze brachen um 18,5 % (bereinigt: -16,7 %) im Vergleich zum dritten Quartal 2017 ein. Man will sich daher bei Bonita nun auf die Stabilisierung des Geschäfts fokussieren und prüfen, wie es mit der Marke weitergehen soll. 

Retail Business

Das Segment Retail verlief für die Tom Tailor Group im Vergleich zum Wholesale weniger erfreulich: Aufgrund der RESET-Effekte durch die Schließung von Shops und Marken sowie dem wetterbedingten schwachen Start in den Herbst ging der Umsatz im Retail im dritten Quartal um 5,2 % auf 65,9 Mio. Euro (Q3 2017: 69,5 Mio. Euro) zurück. Man betont hier jedoch die steigende Profitabilität: Die Rohertragsmarge wurde um 1,3 % auf 58,1 % gesteigert.

Gestiegene Nettoverschuldung

Indes stiegen die Nettoschulden von Tom Tailor um mehr als 42 % auf rund 161 Mio. Euro: »Mit Blick auf die Finanzkennzahlen auf Konzernebene können wir für das abgelaufene Quartal nicht zufrieden sein. Wir haben bereits Maßnahmen eingeleitet, um insbesondere diese Kennzahlen in den nächsten Monaten zu verbessern«, betont Thomas Dressendörfer, Finanzvorstand der Tom Tailor Group.

Fokus auf die neuen Ziele für 2018

In den letzten Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2018 will sich der Konzern Tom Tailor auf die Erreichung der bereits im September nach unten korrigierten Ziele fokussieren. Man habe ein »Maßnahmenpaket zusammengestellt, das den Umsatz in den Mittelpunkt rückt«. Zu diesem zählen etwa der Ausbau der digitalen Aktivitäten, die Internationalisierung des Businesses und die Reduktion von den im dritten Quartal aufgelaufenen Lagerbeständen.
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