Tom Tailor: Gesundgeschrumpft

Tom Tailor: Gesundgeschrumpft

Der Hamburger Modekonzern Tom Tailor hat nach harten Jahren das beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt.

Trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs um 4,8 % auf 921,8 Mio. Euro standen im Jahr 2017 gleich mehrere Rekordzahlen in der Bilanz von Tom Tailor. So konnte der Hamburger Modekonzern das operative Ergebnis (EBITDA) um gleich 72,8 Mio. Euro auf ein Rekordhoch von 83,1 Mio. Euro verbessern. Das Nachsteuerergebnis drehte von -73 Mio. Euro im Jahr 2016 auf einen Gewinn von 17 Mio. Euro. Auch das ist das beste Ergebnis der Firmengeschichte.

Die Aufgaben, die dafür erledigt wurden, waren zahlreich. Was für den seit September 2016 als CEO fungierenden Heiko Schäfer oberste Priorität hatte, war die Reduktion von Komplexität im Unternehmen. Man trennte sich von margenschwachen Produktlinien, Filialen und Märkten, arbeitete an Verbesserungen in der Lieferkette und verkleinerte die Kollektionen. All das führte zwar zum erwähnten Umsatzrückgang, aber auch zu deutlich geringeren Kosten und höheren Spannen.

Ladenschließungen bei Bonita

Am stärksten waren die Einschnitte beim größten Sorgenkind der Tom Tailor-Gruppe, der Tochter Bonita. Hier wurde das Filialnetz zwar im Laufe des Jahres um gleich 135 Stores auf 815 Geschäfte reduziert. Unter den geschlossenen Geschäften befanden sich auch alle 59 Stores der Division Bonita Men, die zur Jahresmitte komplett eingestellt wurde. Der Umsatz sank deshalb um 11,6 % auf 267,7 Mio. Euro. Doch gleichzeitig gelang es, die Rohertragsmarge deutlich von 63,4 auf 67,7 % zu steigern, die Altwarenbestände um die Hälfte zu reduzieren und das operative Ergebnis EBIT von -22,6 Mio. Euro im Vorjahr auf nunmehr +15,6 Mio. Euro zu drehen.

Modernisierung von Tom Tailor

Gleichzeitig wurde an der Modernisierung der Marke Tom Tailor gearbeitet. Die Werbung wurde moderner, provokanter und unverwechselbarer. Durch virales Marketing und neue Design-Kollaborationen mit bekannten Persönlichkeiten wie der Band Revolverheld soll die Markenbegehrlichkeit gesteigert werden. Bei der Marke Tom Tailor selbst ging der Umsatz dann auch nur um 1,7 % auf 654,2 Mio. Euro zurück. Hier wurden 20 Filialen geschlossen, per Jahresende betrieb der Konzern 452 Geschäfte im eigenen Retail. Der E-Commerce-Umsatz der Marke Tom Tailor konnte um 8,2 % auf 48,7 Mio. € gesteigert werden. Der Wholesale ging um 0,5 % auf 350,1 Mio. Euro zurück.

Für das aktuelle Geschäftsjahr wird abermals mit einem leichten Umsatzrückgang gerechnet. Gleichzeitig sind aber auch bereits wieder erste Wachstumsschritte und –initiativen geplant. Das operative Ergebnis EBITDA der Tom Tailor Group soll sich deshalb weiter verbessern.
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