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Textilindustrie: Greenpeace zieht Detox-Bilanz

Seit sieben Jahren läuft die Greenpeace-Detox-Kampagne gemeinsam mit der Textilindustrie. Nun zieht die internationale Umweltschutzorganisation eine positive Bilanz.

Ziel der so genannten Detox-Kampagne von Greenpeace ist es, bis zum Jahr 2020 gefährliche Chemikalien komplett aus der Produktionskette zu verbannen. Bei PFC, das für wasser-, öl- und schmutzabweisende Ausrüstungen genutzt wird, haben dies 72 % der insgesamt 80 Unternehmen bereits jetzt geschafft. Diese 80 Unternehmen (aus den Bereichen Mode, Sportbekleidung, Luxusartikel und Outdoor-Bekleidung sowie eenige Einzelhändler) haben sich weltweit auf Druck der Kampagne zu einer giftfreien Produktionsweise bekannt. 

Greenpeace-Bilanz

Wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace in ihrem aktuellen Bericht »Destination Zero: Sieben Jahre Entgiftung der Textilindustrie« angibt, betreiben sämtliche teilnehmenden Marken und Firmen das Management gefährlicher Chemikalien in einer komplexen und globalen Lieferkette konsequent, allerdings nicht alle im gleichen Tempo, da einige Unternehmen aufgrund ihrer Größe oftmals mit mehr Herausforderungen zu kämpfen haben.

Der erste Schritt für Unternehmen, die die Detox-Verpflichtung unterzeichneten, bestand darin, eine schwarze Liste gefährlicher Chemikalien (auch bekannt unter der Abkürzung MRSL) aufzustellen. »Auf gefährliche Chemikalien zu verzichten, verlangt die intensive Zusammenarbeit von Markenunternehmen und ihrer Zulieferer, und zwar nicht nur der Direktlieferanten (Tier 1), sondern durch die gesamte Lieferkette hindurch. Überall kommen gefährliche Chemikalien zum Einsatz, und gerade am Anfang der Lieferkette finden die größten Verunreinigungen statt. Angesichts der Tatsache, dass das Chemikalien-Management vor Ort unzureichend ist, mussten die Firmen mithilfe von Schulungen und technischen Hilfestellungen die notwendigen Kapazitäten neu aufbauen«, so heißt es in dem Greenpeace-Bericht.

Die Gewinner

Zu den Vorzeige-Unternehmen bei der Entgiftung der Lieferkette zählen laut Greenpeace Inditex, H&M, Benetton, Tchibo sowie diverse Zulieferbetriebe aus Italien. 2016 hatten sich 20 Textilfirmen aus Prato der Initiative angeschlossen, die für Luxusmarken fertigen. Die Detox-Mitglieder geben zu, dass sie ihr Know-how über die verschiedenen Stufen ihrer Lieferkette vertiefen müssen, über ihre Hauptlieferanten hinaus, um noch mehr in Sachen textilem Detoxing bewirken zu können. Ebenfalls geben sie zu, dass sie betreffend Faserproduktion noch ganz am Anfang sind. 

Auch politisch scheint die Kampagne Wirkung zu zeigen: China hat strengere Schadstoffkontrollen eingeführt. In der EU tritt im Jahr 2020 ein Einfuhrverbot für Textilien in Kraft, die die hormonell wirkende Chemikalie Nonylphenolethoxylate (NPE) beinhalten und es liegt bereits ein Vorschlag für eine EU-Verordnung zu krebserregenden Stoffen in Textilien vor.

Ausblick bis 2020

»Bis 2020 gibt es noch einiges zu tun. Die Unternehmen berichten noch von einigen technischen Schwierigkeiten. Sie weisen aber auch auf die Notwendigkeit hin, dass politische EntscheidungsträgerInnen in der EU und in den Herstellungsländern Verantwortung übernehmen, indem sie Best-Practice- Verfahren verbindlich vorschreiben. Auch die chemische Industrie muss ihre Rezepturen transparenter machen, verträglichere Alternativen entwickeln und unabsichtliche Verunreinigungen stärker reduzieren«, so Greenpeace wörtlich zum Ausblick bis 2020.
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