Tally Weijl schließt 200 Läden

Tally Weijl schließt 200 Läden

Tally Weijl

Die Schweizer Modekette Tally Weijl ist schwer angeschlagen und muss harte Einschnitte vornehmen. Ein Drittel der Mitarbeiter muss gehen.

Der Fast-Fashion-Filialist Tally Weijl braucht dringend Geld. Die auf Mode für junge Frauen ausgerichtete Kette steckte mitten in einer Neuausrichtung, als die Corona-Krise zuschlug. Um einen Weg aus dem Finanzengpass zu finden, wurden in der Schweiz Covid-19-Hilfskredite im Gesamtumfang von 24,7 Mio. Franken (23,47 Mio. €) beantragt, wie Ende April publik wurde. Doch eine 85-%ige staatliche Haftung war den Banken nicht genug. Um die Zustimmung der Banken zu erlangen, wurde ein umfassendes Sparpaket ausgearbeitet.

Die Sparpläne

Der Businessplan sieht bis Ende 2021 die Streichung von 750 bis 800 Stellen vor. Ein entsprechender Bericht in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) wurde von einem Sprecher bestätigt. Das entspricht fast einem Drittel der derzeit 2.700 Arbeitsplätze im Konzern. Hinzu kämen 250 Arbeitsplätze in den Partnerläden. Rund 200 der europaweit 800 Geschäfte, davon 50 von Partnern, sollen laut den Plänen geschlossen werden. Aus den Märkten Bulgarien, Kroatien und Serbien zieht sich Tally Weijl ganz zurück. In der Schweiz dürften laut dem Pressebericht nur fünf bis zehn Filialen geschlossen werden, am Hauptsitz in Basel werden 50 bis 80 Stellen abgebaut. Wie viele der zuletzt 39 österreichischen Stores von den Schließungsplänen betroffen sind, ist noch nicht bekannt. Neben den Ladenschliessungen und dem Stellenabbau sollen Mietverträge neu ausgehandelt und das Verteilzentrum in Mailand geschlossen werden.

Schwierige Zeiten

Das Unternehmen machte schon vor Ausbruch der Corona-Krise schwierige Zeiten durch und steckt mitten im Umbau. In diesem Zuge seien bereits rund 100 Läden geschlossen und die Kosten deutlich gesenkt worden, schreibt der Sprecher. Aber auch an der Ausrichtung wurde geschraubt: So will man verstärkt auch junge Erwachsene ansprechen und forciert ein, wie es heißt, »nahtloses Omni-Channel-Einkaufserlebnis«.

»Die Jungen kaufen wieder«

Nach der Wiedereröffnung der Geschäfte in Österreich und Deutschland lag die Kundenfrequenz bisher um 50 bis 60 % unter Vorjahr, so die NZZ. Da die einzelnen Kundinnen jedoch mehr eingekauft haben, betrug der Umsatzrückgang nur 15 bis 20 %. »Die Jungen kaufen wieder ein«, sagte Mitinhaber Beat Grüring der Zeitung.

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