Swarovski-Krise: Robert Buchbauer schmeißt hi...
Swarovski-Krise

Robert Buchbauer schmeißt hin

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Swarovski-CEO Robert Buchbauer und Vorstand Mathias Margreiter haben am Donnerstag ihren Rückzug bekanntgegeben. Erstmals in der Geschichte des Kristallkonzerns steht das Unternehmen  somit nicht unter der Führung eines Mitglieds der Familie Swarovski.

Swarovski hat zwei turbulente Jahre hinter sich, die jetzt einen neuen Höhepunkt gefunden haben: Bereits bei seinem Dienstantritt im Frühling 2020 verkündete Robert Buchbauer umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen, einen sogenannten »Transformationsprozess«. Um sich gegen die wachsende Konkurrenz aus Fernost zu positionieren, wollte man das Unternehmen quasi gesundschrumpfen.

Schrumpfkurs

Ziel war, einerseits Standorte, Shops und letztendlich auch Personal zu reduzieren und gleichzeitig die Preisschraube nach oben zu drehen. Besonders die Entlassungen führten zu Schockwellen in Tirol, die auch Politik und Sozialpartner auf den Plan rief. Insbesondere die Angst um den Standort Wattens stand im Mittelpunkt der Diskussionen. Von Seiten des Unternehmens wurde ein Abwandern der Firmenzentrale in die Schweiz allerdings stets dementiert. Die Coronakrise fungierte hier als Brandbeschleuniger und sorgte für große wirtschaftliche Einbußen. Vor allem die Standorte an touristischen Hot-Spots und in den USA und Asien blieben lange geschlossen, die Umsätze rasselten in den Keller. Mit Oktober nehmen CEO Robert Buchbauer und Vorstand Mathias Margreiter ihren Hut, das Ruder beim Kristallkonzern übernehmen erstmals externe Chefs. »Demnach wird künftig eine externe, unabhängige und professionelle Geschäftsleitung eingesetzt, der Verwaltungsrat neu konstituiert und um unabhängige Mitglieder erweitert. Die Familieninteressen werden in der neu etablierten Familienholding gebündelt«, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Interims-CEO wird Michele Molon, der bereits seit Jahren bei Swarovski arbeitet. Der Finanzchef an seiner Seite wird Frederik Westring. Die Neubesetzung der beiden Posten soll durch den neu konstituierten Verwaltungsrat erfolgen und »in aller Sorgfalt, aber so schnell wie möglich abgeschlossen werden«.

Laut Tiroler Tageszeitung soll eine Gruppe um die größten Einzelgesellschafter Markus Langes-Swarovski und Marina Giori-Lhota bereits im Juli einen Wechsel an der Konzernspitze gefordert haben. Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl sieht den Rückzug von Buchbauer und Margreiter jedenfalls positiv: »Die Swarovski-Mitarbeiter waren seit über einem Jahr Spielball einer planlosen Geschäftsführung.« Nun ziehe man angesichts einer verfehlten Unternehmensstrategie und Familienstreitigkeiten wohl die Reißleine.
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