Sportfachhandel: Sport 2000 bangt um Wintersa...
Sportfachhandel

Sport 2000 bangt um Wintersaison

Sport 2000/Hinterramskogler
Holger Schwarting, Vorstand Sport 2000, mit Markenbotschafter Hans Knauß und Marketingleiterin Natascha Krawinkler
Holger Schwarting, Vorstand Sport 2000, mit Markenbotschafter Hans Knauß und Marketingleiterin Natascha Krawinkler

Auch bei Sport 2000 konnte die gute Sommersaison die Umsatzverluste aus der Lockdown-Zeit kompensieren. Für den Winter wird jedoch ein deutliches Minus geplant. Das Geschäftsjahr 2019/20 endete klar im Plus.

Die Sporthändler-Genossenschaft Sport 2000, die vor allem in Westösterreich mit inhabergeführten Fachgeschäften vertreten ist, blickt mit Sorge auf die bevorstehende Wintersaison. Vorsorglich haben die Sportgeschäfte heuer 30 % weniger Ware eingekauft. »Wir stellen uns auf deutlich geringere Umsätze ein«, sagte Sport-2000-Chef Holger Schwarting bei einem Pressegespräch. Insbesondere Reisewarnungen für Gäste aus den wichtigen Herkunftsländern Deutschland und den Niederlanden machen der Branche zu schaffen. Ob heimische Touristen den Wegfall ausländischer Gäste kompensieren können, ist angesichts stetig steigender Corona-Infektionszahlen mehr als fraglich.
Dabei zählt der Sporthandel noch zu jenen Branchen, die vergleichsweise gut dastehen. Die Umsatzverluste aus dem wochenlangen Corona-Lockdown im März/April seien über den Sommer kompensiert worden und sogar leicht im Plus, sagte Schwarting. Geschäfte im ländlichen Bereich hätten sich dabei signifikant besser entwickelt als solche in den Städten. Zuvor hatte auch Intersport ein Umsatzwachstum vermeldet.

Geschäftsjahr 2019/20

Trotz des Lockdowns stieg der Österreich-Umsatz von Sport 2000 im Geschäftsjahr 2019/20, das mit April endete, kräftig um 11 % auf 579 Mio. €. Inklusive der Märkte Tschechien und Slowakei, die ebenfalls von Österreich aus gesteuert werden, erhöhten sich die Erlöse von 570 auf 634 Mio. €. Flächenbereinigte Zahlen werden keine mitgeteilt.

Corona-Zeit

»Der Sommer war unerwartet stark. Die Leute hatten mehr Zeit, waren im Home-Office«, so Schwarting. Insbesondere Fahrräder, E-Bikes sowie alle Produkte rund ums Laufen und Fitness seien gefragt gewesen. Teilweise sei man ausverkauft gewesen, die Lagerbestände der Händler seien massiv gesunken. Das Onlinegeschäft habe sich rasant entwickelt. »Wir waren früher immer etwas zurückhaltender, weil der Verkauf von Mensch zu Mensch unserer DNA entspricht«, räumte Schwarting ein. Inzwischen habe rund ein Drittel der Händler einen Onlineshop, bald soll es jeder Zweite sein.

Durchhalteparolen

Im Winter hofft der Sporthandel nun auf Tagesskigäste und viele Tourenskibegeisterte. Doch ohne Touristen aus dem Ausland wird es schwierig. Pleiten erwartet Schwarting trotzdem nicht. Die Betriebe hätten sich in den letzten zehn Jahren einen Polster aufgebaut, zur Not würde auch die Genossenschaft unterstützend einspringen, sagte er. Rund 60 % der Sport-2000-Händler stehen aufgrund ihrer geografischen Lage in enger Verbindung mit dem Wintertourismus.

Expansion im Ausland

Zum Sport 2000-Verbund gehören in Österreich 240 Händler mit 376 Geschäften, der Großteil davon in Tirol, Salzburg und der Steiermark. Dazu kommen noch 71 Geschäfte in Tschechien und 44 in der Slowakei.
Seit Anfang September 2020 zählt einer der bedeutendsten Sportfachhändler in Mitteleuropa, A3 Sport, mit insgesamt 75 Stores in Tschechien und der Slowakei zu Sport 2000. Der Zusammenschluss mit dem neuen Verbandspartner stärkt den Verband in den östlichen Nachbarländern und schafft Synergien online wie offline. »Die bestehenden Stores befinden sich in Toplagen und sind in allen namhaften Einkaufszentren der beiden Länder vertreten. Zudem profitieren wir am österreichischen Markt von dem bereits gut etablierten A3-Sport-Onlineshop«, erklärt Schwarting. Mit der Erweiterung verdreifacht Sport 2000 seinen Marktanteil in beiden Ländern.
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